Personalentwicklung

Im Ausland arbeiten, 
ohne umzuziehen

Die Arbeitswelt wird globaler, digitaler, dynamischer, 
komplexer und vernetzter. Hinzu kommt der Fachkräftemangel – neue innovative Wege sind gesucht. 
Mit dem Personalentwicklungsprogramm «Blue Talent Cloud» hat IBM einen interessanten Weg eingeschlagen, um diesen Herausforderungen zu begegnen.

Das IBM-eigene Karrierezentrum hat auf die Herausforderungen der heutigen Zeit reagiert und bietet verschiedene Programme an, die den vielfältigen Bedürfnissen entsprechen: Blue Talent Cloud zum Beispiel ermöglicht den Mitarbeitenden, in anderen Ländern zu arbeiten, ohne umzuziehen. Sie sind während zwei bis zwölf Monaten zu 50 bis 100 Prozent in einem Projekt oder als Fachkraft für einen Kunden im Ausland tätig. Dazu bilden sie mit IBM-Mitarbeitenden aus aller Welt virtuelle Teams. So erlaubt Blue Talent Cloud flexible, weltweite Einsätze, die auf die Bedürfnisse von Kunden, Firma und Mitarbeitenden abgestimmt sind. «Andere Länder und Kulturen haben mich immer fasziniert und interessiert. Daher habe ich jede Chance genutzt, meinen Beruf mit meinen Interessen zu verbinden», erzählt Barbara Schneeberger von IBM Schweiz. Sie hat sich Ende des letzten Jahres für Blue Talent Cloud angemeldet.

Stellen und Bewerber aus aller Welt

Wer sich für einen virtuellen, globalen Einsatz interessiert, kann sich auf einer internen Website registrieren und sein CV hinterlegen. Eine neu aufgebaute, interne Organisation fungiert als Drehscheibe und informiert Interessenten über offene IBM-Stellen aus der ganzen Welt. Seit Januar 2013 ist Schneeberger verantwortlich für die Koordination von Blue Talent Cloud in Nordamerika, Australien und Neuseeland. «Wir informieren mit Telefon- und Videokonferenzen, Mails und Applikationen über die einzelnen Programme und unterstützen die Kandidaten, den geeigneten Job zu finden», erklärt sie. Passt das Anforderungsprofil eines Bewerbers zu einer offenen Stelle, werden telefonische Interviews geführt und es findet ein Austausch mit dem bisherigen Vorgesetzten statt. Bei gegenseitiger Zusage wird die Zusammenarbeit schriftlich geregelt, der lokale IBM-Vertrag des Mitarbeitenden und die bisherigen Konditionen ändern sich jedoch nicht.

Internationale Erfahrung sammeln

Die Möglichkeit, sein Können sinnvoll einzubringen und sich in diversen Themen weiterzubilden, findet grossen Anklang bei den Mitarbeitenden. Dazu Schneeberger: «Der grosse Vorteil dabei ist, dass man internationale Erfahrungen sammeln kann. Man erweitert sein Netzwerk und lernt schnell unterschiedliche Arbeitsweisen und Kulturen kennen.»

Mit der Teilnahme am Programm steigern die Mitarbeitenden zudem ihre eigene Arbeitsmarktfähigkeit und bauen sich ein globales Netzwerk mit neuen Entwicklungsperspektiven auf. Zudem können sie Erfahrungen im virtuellen Arbeiten in internationalen Teams sammeln. «Die Flexibilität dieser Art zu arbeiten hat Vor- und Nachteile. Durch die unterschiedlichen Zeitzonen verlagern sich die Arbeitszeiten und es erfordert viel Selbstdisziplin, damit umzugehen», schildert Schneeberger ihre Erfahrungen. Für sie war es am Anfang eine grosse Umstellung, nur noch virtuell zu arbeiten. «Doch ich hatte Glück: Bereits nach ein paar Wochen fand ein globaler Workshop statt. Damit hatte ich die Gelegenheit, alle Teamkollegen persönlich kennenzulernen. Das war ein grosser Vorteil.»

Dem Fachkräftemangel begegnen

Die konsequente und kontinuierliche Personalentwicklung ist eine der obersten Prioritäten von IBM. Denn nur so können sich die weltweit über 450 000 Mitarbeitenden täglich erfolgreich den Herausforderungen des Markts und dem rasanten Technologiewandel stellen. Dies erfordert ein global integriertes Personalentwicklungskonzept. Der Arbeitgeber muss das Potenzial der Mitarbeitenden erkennen und ausschöpfen können. Damit ein solches Konzept funktioniert, müssen sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer bereit sein, sich neben dem beruflichen und privaten Alltag fachlich und persönlich weiterzuentwickeln. Lifelong Learning ist kein Schlagwort, sondern eine Grundvoraussetzung für alle Generationen, um in der heutigen globalen Arbeitswelt bestehen zu können.

Mit Blue Talent Cloud tritt IBM auch dem Fachkräftemangel entgegen. Ein solches Programm erlaubt es gerade einer international tätigen Firma, Talente dort einzusetzen, wo sie benötigt werden. Zudem bietet das Programm weitere Vorteile: Das Unternehmen kann die Anzahl der Teilzeitstellen erhöhen, Rekrutierungskosten senken und das Angebot an globalen Karrieren stark erweitern. Die Mitarbeitenden werden strategisch ausgebildet und ihre Bindung an die Firma wird verstärkt – eine Win-win-Situation für alle.

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Jutta Schilling leitet das Karriere-Center IBM Schweiz. Sie ist seit 1995 bei IBM in verschiedenen Business- respektive HR-Führungspositionen tätig.

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