Checkliste

In sieben Schritten zum guten Blog

Zeitgemässe Kunden- und Mitarbeiterinformation ist längst keine Einbahnkommunikation mehr. Im Zeitalter des «Web 2.0» darf und soll zurückkommuniziert werden. Kaum ein Instrument eignet sich hierfür besser als ein Blog. Damit diese elektronischen Web- oder Internettagebücher aber auch wirklich ihre Zwecke erfüllen, müssen sie gut gemacht werden. Wie man das macht, soll diese Experten-Checkliste aufzeigen. In sieben Schritten lässt sich mit ihrer Hilfe ein gelungener Blog lancieren. 

1    Was ist ein Blog?

Blog ist die Kurzform von Weblog – also Webtagebuch. Auf solch einer Website werden regelmässig Artikel mit einem bestimmten Themenbezug veröffentlicht. Blogs ermöglichen es allen, selber in die Tasten zu greifen, ja in bescheidenem Rahmen «journalistisch» tätig zu werden. Oder über Themen zu schreiben, die einem am Herzen liegen, zu schreiben.

Weil die Leserinnen und Leser die Artikel kommentieren und so mitdiskutieren können, sind Blogs ein wichtiges Dialoginstrument und Sinnbild für das als «Mitmachweb» bezeichnete Web 2.0. 

Wesentliche Bestandteile eines Blogs:

Artikel und Kommentare
Leser haben die Möglichkeit, über Kommentare in den Dialog mit den Autoren zu treten. Dialog bedeutet im Übrigen, dass der Autor auf Kommentare eingeht und damit auch seine Wertschätzung ausdrückt.

Kategorien
Jeder Blogartikel wird der besseren Auffindbarkeit wegen einer bestimmten Kategorie zugeordnet. Über diese lassen sich dann die Artikel innerhalb eines Blogs besser auffinden.

Schlagwörter, so genannte Tags
Dem Artikel werden zwecks besserer Auffindbarkeit bestimmte Schlagwörter zugeordnet. Werden bestimmte Schlagwörter immer wieder verwendet, empfiehlt sich die Einrichtung einer entsprechenden Kategorie. 

Permalinks
Jeder Artikel bekommt seine eigene Seitenadresse, den so genannten Permalink, welcher idealerweise den Titel des Artikels im Namen trägt. Einmal geschriebene Artikel gehen nicht verloren und bleiben über lange Zeit im Web.

2     Wozu eigentlich bloggen?

Google liebt Blogs. Schreiben Sie regelmässig und beachten einige wichtige Regeln, so wird man Ihren Blog und somit Ihre Botschaften leicht bei Google finden.

Blogs sind eine unabhängige Plattform (bspw. gegenüber einer Facebook-Karriereseite; aber abhängig vom gewählten Blogformat). Auf Ihrem Blog können Sie jederzeit und topaktuell «richtige», fundierte Artikel schreiben. Sie bieten eine hohe inhaltliche Tiefe, die Ihnen bspw. Facebook niemals bietet. Ein Blog ist eine perfekte Informationsdrehscheibe. Die Artikel können mit anderen Blogs vernetzt und einfach und schnell über Twitter, Facebook, Google+ und andere Social Media Plattformen weiter verbreitet werden. Und vor allem: Sie geben Ihnen (oder Ihrem Unternehmen) ein Gesicht. Ihre Leser sehen, wer hinter den Beiträgen steht und können auf diese Weise eine Beziehung zum Autor aufbauen.

3    Themenwahl

Überlegen Sie sich die Ziele, die Sie mit einem Blog verfolgen wollen. Beachten Sie dabei: Ein Blog ist kein PR-Kanal. Weichgespülte und auf Gleichklang getrimmte Presseartikel haben dort nichts zu suchen.

Geben Sie Ihrem Blog einen unverwechselbaren Namen und schreiben Sie, worüber Sie eine Leidenschaft haben und Ihre Leser das «feu sacré» spüren.

Mit einem eigenen Blog beziehen Sie Stellung und besetzen Themen, statt sie nur weiter zu verbreiten. Bei den Beiträgen ist erlaubt, was gefällt. Es sollte allerdings im Kontext zum Auftritt stehen. Es muss nicht immer ausschliesslich um Neuigkeiten aus dem Unternehmen gehen. Auch «private» Artikel sind durchaus erlaubt. Schliesslich geht es darum, mit dem Blog authentisch aufzutreten. Das erlaubt auch einen Blick «hinter die Kulissen». Sind mehrere Autoren beteiligt (also z. B. bei einem Corporate Blog), so ist auf jeden Fall ein Redaktionsplan sinnvoll, der auflistet, wer wann über welches Thema schreibt und wann der Artikel veröffentlicht werden soll. 

4    Technik / Software

Fürs Bloggen braucht es keine vertieften IT-Kenntnisse. Passende Bloggersoftware gibts vielerorts im Netz gratis (z.B. Wordpress.com, Wordpress.org oder Blogger.com (ehemals Blogspot)).

5    Aufwand und Ressourcen

Ein Blog lebt von Aktualität. Heisst im Klartext: Ein Artikel pro Woche ist das Minimum. Ein Blog, der nicht regelmässig aktualisiert wird, verliert schnell das Interesse der Nutzer und verdient den Namen «Blog» nicht. Auch fördert regelmässiges Bloggen die «Liebe» von Google.

Je nachdem, wie lang die Artikel sind, ist mit einem Zeitaufwand von einer bis zu fünf Stunden für einen Artikel zu rechnen. Ein Unternehmensblog kann (und sollte) auf verschiedene Autorenschultern verteilt werden. Mithilfe eines Redaktionsplans relativieren sich die Aufwände. Allerdings braucht es dazu Vertrauen untereinander, ein Minimalmass an Disziplin und im Idealfall einen verantwortlichen Seitenbetreuer.

6    Leserschaft aufbauen / vernetzen / Inhalte kommunizieren / multiplizieren

Eine Lesercommunity aufzubauen, ist kein Klacks und braucht Geduld und Hartnäckigkeit. Weisen Sie bei allen sich bietenden Gelegenheiten auf Ihren Blog hin. Etwa über Verlinkung auf Websiten, E-Mail-Signaturen, Geschäftskorrespondenz, Mundpropaganda etc. Eröffnen Sie weiter eine eigene, passende Facebookseite, die gleich auch in den Blog integriert ist. Verschicken Sie ausserdem Newsletters. Verlinken Sie Ihren Blog mit anderen Blogs – im Artikel selbst, in Kommentaren anderer Blogs und über die Blogroll (Liste von «befreundeten» oder themenrelevanten Blogs).

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Jörg Buckmann unterstützt Unternehmen, Behörden und Spitäler bei deren Positionierung auf dem Arbeitsmarkt und in Fragen rund um HR-Kommunikation und Personalmarketing. Er betreibt den Blog buckmanngewinnt. www.mehrblickzuerich.ch

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Henner Knabenreich ist Inhaber einer Consulting Gesellschaft in Wiesbaden. Einen Namen in der HR-Szene macht sich Knabenreich durch seine geistreichen Blog-Einträge

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