Checkliste

Möge die Kreativität mit Ihnen sein!

In jedem Unternehmen steckt ein enormes kreatives Potential – und liegt zumeist brach. Es ist nichts anderes als menschlich, dass wir in eingetretenen Denkbahnen festgefahren sind und kreative, aussergewöhnliche Lösungen nicht die Regel, sondern seltene Ausnahmen bleiben. Mit den folgenden Tipps können Sie sich und Ihr berufliches Umfeld aus dem Tal der Ideenlosigkeit befreien.

1. Positive Fehlerkultur

«Wenn man nicht hie und da auf die Nase fällt, ist das ein Zeichen dafür, dass man nicht wirklich kreativ ist.» Unternehmen sollten auf Woody Allen hören. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, dass ungewöhnliche Ideen immer von Erfolg gekrönt werden. Vieles, was neu und kreativ ist, scheitert. Doch wer nicht mit Fehlschlägen leben kann, wird auch ohne neuartige Lösungen leben müssen. Was muss für eine positive Fehlerkultur beachtet werden?

Ein Fehler ist nichts Schlechtes, sondern eine Chance für Verbesserung

Einem Fehler haftet immer etwas Negatives an. Dabei kann ein Fehler – wenn er nur einmal passiert – sehr lehrreich und gar ein Antrieb für kreative Alternativen sein.

Bei Misserfolgen sollte nicht nach Schuldigen gesucht werden

In den seltensten Fällen sind einzelne Personen für einen Misserfolg verantwortlich. Misserfolge sind die Konsequenz des Zusammenspiels vieler unterschiedlicher Entscheidungen, dem Umfeld und dem Zufall.

Den Mut belohnen, anstatt den Fehler zu bestrafen

Neues zu wagen bedeutet immer ein Risiko einzugehen. Es ist bequem, bei alten Mustern zu bleiben, denn da läuft kaum etwas schief. Kreativität erfordert also Mut, und genau dafür sollten kreative Mitarbeiter Anerkennung erhalten, unabhängig vom Erfolg des Ergebnisses.

2. Meinungen und Sichtweisen von aussen

Wir Menschen sehen oft nur das, was wir sehen wollen. Der Rest ist nicht nur unsichtbar, sondern auch unvorstellbar. Um unser Blickfeld zu erweitern, brauchen wir andere Sichtweisen. Möchte Ihr Unternehmen kreativer werden, muss das Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Meinungen und Sichtweisen gefördert werden.

Bringen Sie Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen und Fachgebieten zusammen.

Nur in durchmischten und immer wieder neu zusammengestellten Teams kann ein neuer Wind wehen.

Holen Sie sich Ihren Kunden mit ins Boot

Lassen Sie ruhig Ihre Kunden an Ihrer kreativen Lösungsfindung Teil haben. Obwohl viele glauben, ihre Kunden bereits sehr gut zu kennen, werden sie erstaunt sein über die Wirkung dieser direkten Zusammenarbeit.

3. Interne Ideenwettbewerbe

Viele Unternehmen führen interne Ideenspeicher und prämieren die besten Ideen. Das ist hiermit nicht gemeint! Wenn Sie von Ihren Mitarbeitern kreative Ideen möchten, müssen Sie für einen Ideenwettbewerb zwei Dinge befolgen:

Setzen Sie mit einer klaren Frage einen Fokus

Es ist unglaublich schwierig, kreative Ideen zu produzieren, ohne eine Problemstellung zu erhalten. Erinnern Sie sich nur mal an die Schulzeit und die Aufgabe, einen Aufsatz zu irgendeinem frei wählbaren Thema zu schreiben – die Folge ist Überforderung. Formulieren Sie deshalb eine klare Fragestellung für den internen Wettbewerb.

Legen Sie einen engen Zeitrahmen fest

Kommunizieren Sie mit der Fragestellung auch eine Zeitfrist. Und diese darf ruhig knapp sein. Zwei Wochen reichen in den meisten Fällen. So entsteht ein gesunder Zeitdruck.

4. Der Kreativitätstreibstoff heisst Feedback

Damit Mitarbeiter kreative Vorschläge machen, brauchen sie nicht die Aussicht auf ein Preisgeld. Es liegt in unserer Natur, gerne nützlich und gebraucht zu sein. Aus diesem Grund sind sehr viele Menschen bereit, selbst einen Teil ihrer Freizeit zu opfern, um nützliche Ideen für ihr Unternehmen zu produzieren. Schenken macht Freude. Aber nur wenn uns der Beschenkte mit Dankbarkeit begegnet.

Wenn eine Idee im Unternehmen geäussert wird, gibt es drei Möglichkeiten:

  • Die Machbarkeit wird abgeklärt und erste kleine Schritte werden unternommen. Wichtig ist hier, dass die Ideengeberin darüber informiert wird.
  • Es gibt gute und nachvollziehbare Gründe für ein Nichtverfolgen der Idee. Auch hier soll der Ideengeber die Begründung erhalten, zusätzlich sollte ihm mit Dankbarkeit begegnet werden.
  • Das Unternehmen gibt der Ideengeberin einen gewissen Freiraum, die Idee selber anzustossen und die ersten Schritte zu unternehmen.

5. Für Abwechslung sorgen

Routine ist bequem und Routine ist der Feind der Kreativität. Mitarbeiter, welche immer wieder mit der Routine brechen (müssen), sind für kreative Ideen wesentlich zugänglicher. Und es gibt unzählige Möglichkeiten, die Mitarbeiter mit der Routine brechen zu lassen:

  • Immer wieder auf einem neuen Stuhl sitzen, sei es am Arbeitsplatz oder in einem regelmässig stattfindenden Meeting
  • Andere Lichtintensität oder -wärme im Büro
  • Neudurchmischung der Teams
  • Wechselnde Arbeitsplätze
  • Über Mittag immer wieder ein neues Restaurant aufsuchen
  • Ab und zu auf internen E-Mail-Verkehr verzichten und stattdessen das persönliche Gespräch suchen
  • Etc.

 

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Chris Brügger ist Innovationsberater und Mitbegründer von Denkmotor. Er ist Co-Autor der Bücher mehrerer Bücher rund um die Themen Innovation, Kreativität und Einfachheit und unterstützt zahlreiche Unternehmen auf dem Weg zu Innovationen.

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Jean-Philippe Hagmann ist Innovator und Ideendesigner bei Denkmotor. Er führt Kreativitätsworkshops durch und berät Unternehmen in den unterschiedlichsten Branchen zum Thema Innovationskultur.

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