Checkliste

So verhalten Sie sich emotional klug

Lassen Sie sich im Stress oder einem Konflikt manchmal von Ihren Emotionen überfallen? Oder rollen Sie die Ärmel hoch, um vorwärts zu kommen? Ihre Antwort darauf hängt davon ab, wie geschickt Sie mit den eigenen und fremden Emotionen umgehen können. Dabei geht es um Ihre Emotionale Intelligenz.

Emotionale Intelligenz (EI) besteht aus einem Set emotionaler und sozialer Fähigkeiten, die zusammen genommen bestimmen, wie gut wir uns selbst wahrnehmen und ausdrücken, Beziehungen aufbauen und erhalten, Herausforderungen begegnen und emotionale Informationen auf effektive Weise verwenden. Im Schema ist das EQ-i 2.0 Modell der Emotionalen Intelligenz aufgeführt. 

Emotionen sind unsere ständigen Begleiter, deshalb spielen sie auch am Arbeitsplatz eine wichtige Rolle. Emotionen beeinflussen das Verhalten und die Leistung jedes einzelnen und im Endeffekt das Ergebnis des Unternehmens. Wie erkenne ich, wann ich mich «emotional nicht klug» verhalte und wie kann ich das ändern?

1. Selbstachtung

Werde ich häufig von Kritik verletzt? Lösen stachelige Bemerkungen Aggressionen in mir aus? Wenn ja, dann mangelt es mir eventuell an Selbstvertrauen und Selbstachtung.

Selbstachtung bedeutet, die eigene Person zu respektieren und dabei die eigenen Stärken und Schwächen zu verstehen und zu akzeptieren. Selbstachtung wird mit innerer Stärke und Selbstbewusstsein assoziiert.

Eine Strategie zum Training der „Selbstachtung“ ist, ein Profil der eigenen Stärken und Schwächen anzulegen. Dabei ist es wichtig, die eigenen Stärken anzuerkennen und die Schwächen zu akzeptieren. Das führt dazu, sich „wohl in seiner Haut“ zu fühlen, mit Kritik konstruktiv umgehen zu können und stachelige Bemerkungen an sich vorbei gehen zu lassen.

2. Flexibilität   

Beharre ich auf meine Vorgehensweise, weil ich es schon ‚immer so’ gemacht habe? Bleibe ich neuen Vorschlägen gegenüber verschlossen? Wenn ja, dann ist meine Flexibilität in dieser Situation ungenügend.

Flexibilität ist die Fähigkeit,  Gedanken, Emotionen und Verhaltensweisen an wenig vertraute, dynamische Umstände oder Ideen anzupassen.

Eine Strategie zum Training der Flexibilität ist, jedem neuen Vorschlag gegenüber gedanklich offen zu bleiben und mit Ängsten oder Unbehagen umgehen zu können. Mit dem Training der Flexibilität erhöht man die geistige Agilität und die Akzeptanz.

3. Durchsetzungsvermögen

Bleibt an einem Meeting nach meinen Aussagen häufig eine Pause zurück? Sehen die Leute ‚erschlagen’ aus? Wenn ja, dann gehe ich vielleicht zu forsch vor und setzte meine Meinung auf, statt gezielt zu argumentieren. Dabei geht es um mein Durchsetzungsvermögen.

Durchsetzungsvermögen bedeutet die freie Kommunikation von Gefühlen, Überzeugungen und Gedanken sowie die Verteidigung persönlicher Rechte und Werte in einer gesellschaftsfähigen Art und Weise.

Eine Strategie zum Training dieser Kompetenz, ist die Durchsetzungskraft durch Selbstreflexion und Beobachtung der fremden Reaktionen regulieren zu lernen. Mein Durchsetzungsvermögen ist dann gut, wenn ich mir zutraue, meine Meinung auszusprechen, ohne die anderen „stumm“ zu machen.

4. Einfühlungsvermögen

Stossen Mitarbeiter oder Kollegen in schwierigen Situationen bei mir auf geschlossene Türen? Wenn ja, kann es sein, dass ich nicht einfühlsam und bereit bin, ihre Sichtweise anzuschauen und sie zu unterstützen. In diesem Fall mangelt es mir an Einfühlungsvermögen.

Einfühlungsvermögen (Empathie) beinhaltet das Anerkennen, Verstehen und Würdigen der Gefühle anderer Menschen. Einfühlungsvermögen bezieht sich auf die Fähigkeit, das Verständnis für die Sichtweise des anderen zu artikulieren und sich respektvoll gegenüber den Gefühlen anderer zu verhalten.

Eine Strategie zum Training der Empathie ist „In die Haut des anderen zu schlüpfen“. Dies erlaubt den Blickwinkel zu wechseln und die Situation von einer anderen Seite zu betrachten. Einfühlungsvermögen ist ein Muss für Führungskräfte. Wenn ein Vorgesetzter auf die Emotionen seiner Mitarbeitet achtet und Rücksicht nimmt, nutzt er das Leistungspotenzial des einzelnen Mitarbeiters und beeinflusst damit den Erfolg des Unternehmens.

Die obigen Beispiele haben exemplarisch 4 von 15 Kompetenzen des EQ-i 2.0 Modells gezeigt, die uns helfen, mit schwierigen Situationen besser umzugehen.

Bei Bewerbern lässt sich Emotionale Intelligenz mittels EQ-i 2.0 Assessment in Kombination mit anderen Methoden (z.B. Interview) feststellen. Allerdings wird Emotionale Intelligenz erst im Alltag und da vor allem in kritischen Situation wirklich sichtbar.

Jede Person kann seine Emotionale Intelligenz trainieren, um besser mit eigenen und fremden Emotionen umgehen zu lernen. Dadurch erhöht sich die Effizienz, verbessert sich die Kommunikation und  die Stressresistenz wird gestärkt. Weil das Ergebnis des Unternehmens von jedem einzelnen Mitarbeiter abhängig ist, sind „emotional kluge“ Mitarbeiter ein Schlüssel zum  Erfolg des Unternehmens.

 

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 Marina Riedi ist Trainerin und Referentin mit Fachgebiet «Emotionale Intelligenz». Sie ist lizenzierte Trainings-Partnerin der EI-Assessments «EQ-i 2.0» und «EQ 360», sowie Mitglied der German Speakers Association and Global Speaking Federation.

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