13. Ostschweizer Personaltag

Spielball oder Spielmacher?

Der Ostschweizer Personaltag wollte Personalerinnen und Personalern am vergangenen Donnerstag aufzeigen, wie HR zum Spielmacher werden kann – zum Beispiel, indem Künstliche Intelligenz Arbeiten übernimmt und HR-Mitarbeitende dadurch ihre Produktivität steigern.

St. Gallen. Knapp 300 Personalerinnen und Personaler informierten sich am 13. Ostschweizer Personaltag über neue Trends im HRM. Die Tagung eröffnete die Präsidentin der Freien Erfa-Gruppe Personal Ostschweiz. Ins vielfältige Thema führte Abdullah Redzepi von der Fachhochschule St. Gallen und Mitgliede des Programm-Beirates. Manuela Broz, Gründerin des Human Ethik Label, zeigte als erste Referentin auf, wie wichtig eine optimale Unternehmenskultur sei. Sie erst fördere das Erreichen der wirtschaftlichen Ziele. Zum Marktleader, so Broz ebenfalls, können Unternehmen auch durch Menschlichkeit werden.

Flexibilität, Persönlichkeit, Sozialkompetenz

Den Reigen der Personalprofis eröffnete Marcel Oertig, Partner und Gründer der Avenir Consulting AG, Zürich. Er legte mit dem Begriff «Flexible Workforce» den Fokus auf die Flexibilisierung des Personaleinsatzes und der Beschäftigungsverhältnisse. Derweil Hans C. Werner, oberster Personalchef bei der Swisscom, die Meinung vertrat, nur wer sein Business verstehe, werde auch als vertrauenswürdiger Partner akzeptiert. Er plädierte für vertiefte Aus- und Weiterbildung und befürworte alles, was die Persönlichkeit und Sozialkompetenz der Mitarbeitenden schule und reifen lasse.

Künstliche Intelligenz übernimmt Routine

Moderator Matthias Wipf begrüsste nach der Pause den obersten Personaler der Eidg. Zollverwaltung, Martin Weissleder, der am Beispiel des erfolgreichen Projektes «Bien vue» aufzeigte, wie innovative HR-Prozesse besser interne Akzeptanz erhalten und erfolgreich umgesetzt werden. Den spannenden Abschluss machte, vor einer kompetenten Zusammenfassung von Rektor Wörwag von der Fachhochschule St. Gallen, der Zukunftsforscher Lars Thomsen. Für den Themenkomplex «Arbeit» seien es derzeit acht Megatrends, welche Veränderungen, Umbrüche und Paradigmenwechsel der nächsten zehn Jahre treiben: die Digitalisierung, der Kampf um Talente, die neuen Werte und Beziehungen, das Teilen von Wissen, mehr Teams und Task-Forces, das Ende der 40-Stundenwoche und der Präsenzzeit, ein deutlicherer Unterschied zwischen Management und Führung sowie die Neudefinition der Arbeit. Für Thomson sind wir am Ende der letzten Phase des Industriezeitalters angekommen. Nun gelte es, auf politischer, gesellschaftlicher und auf der Ebene der neuen Ökonomie das Thema Arbeit von Grund auf neu zu definieren.

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