Checkliste

Was schützt vor einem Burnout?

Verschiedene Faktoren können vor der Entstehung eines Burnouts oder vor einem Rückfall schützen. Unsere Checkliste zeigt auch auf, was mögliche Warnzeichen sein können.

Was schützt vor einem Burnout?

  1. Ein adäquates Mass an Belastung und ein auf die individuelle Situation abgestimmtes Arbeitspensum
  2. Wechsel zwischen Herausforderung, Anspannung und Entspannung
  3. Korrektur unrealistischer Ziele und Erwartungen
  4. Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten auf die Arbeit und deren Inhalte
  5. Belohnung und Anerkennung, Wertschätzung
  6. Gemeinschaftssinn, Teamgeist, kollegiale Unterstützung und Hilfe
  7. Respekt und soziale Gerechtigkeit
  8. Eine persönlich Sinn gebende Arbeit, klare Werte
  9. Trennung zwischen Beruf, Arbeitswelt und Privatleben
  10. Verzicht auf ständige Erreichbarkeit über Mobiltelefon, Internet, E-Mail

Wie kann ich einem Burnout vorbeugen?

  1. Erkennen und Akzeptieren der körperlichen und seelischen Grenzen
  2. Zeit für Freizeit und Muss
  3. Ausreichend Schlaf, regelmässiger Schlafrhythmus
  4. Ausreichend Bewegung
  5. Gesunde Ernährung
  6. Genussmittel als Genuss in moderaten Mengen
  7. Angenehme, zweckfreie Sozialkontakte
  8. Vorbereitung auf neue Lebensphasen (zum Beispiel Heirat, Kinder, Pensionierung)
  9. Entspannungstechniken lernen

Risikofaktoren für die Entwicklung eines Burnouts

  1. Arbeitsüberlastung
  2. Zeitdruck
  3. Unerreichbare, unrealistische Ziele – von aussen vorgegeben, aber auch selbst gestellt
  4. Kontrollverlust: Mangel an Einfluss auf die Arbeitsgestaltung, die Aufgaben oder die Abläufe
  5. Fehlende Wertschätzung, Anerkennung oder Belohnung durch Rückmeldung, Lob, Lohn oder Weiterbildungen
  6. Mangel an Gemeinschaft oder Zusammenhalt
  7. Mangel an Fairness
  8. Wertekonflikt: Es müssen Aufgaben erledigt werden, die nicht dem eigenen Wertesystem oder Weltbild entsprechen und die innerlich abgelehnt werden
  9. Unscharfe Grenze zwischen Beruf/Arbeitswelt und Privatleben, z .B . durch ständige Erreichbarkeit über Mobiltelefon oder Internet / E-Mail

Literaturhinweis

Martin E. Keck: Burnout. Wie entsteht es? Wie wird es behandelt? Was ist der Zusammenhang mit Stress? Wie kann ich vorbeugen? 2. Auflage 2013. Die Broschüre kann kostenlos über das Sekretariat von Martin E. Keck bezogen werden oder am Ende des Artikels (unter «Downloads») heruntergeladen werden.

Was sind mögliche Warnzeichen?

  • Arbeit als Lebensinhalt
  • Grosser Ehrgeiz, Gefühl der Unersetzbarkeit
  • Perfektionismus
  • Unruhe
  • Zynismus
  • Schlafstörungen, Schwierigkeiten, morgens aufzustehen
  • Gefühl der Überforderung und Anspannung
  • Druck auf der Brust, Druck im Kopf
  • Gedächtnisschwierigkeiten
  • Schwierigkeiten bei alltäglichen Entscheidungen
  • Sozialer Rückzug
  • Weniger Lebensfreude
  • Zukunftssorgen
  • Grübeln, Gedankenreisen
  • Selbstzweifel, sinkendes Selbstvertrauen
  • Ständige Erreichbarkeit
  • Ferien haben keinen Erholungswert mehr
  • Gespanntheit
  • Leichte Reizbarkeit
  • Ungeduld
  • Starke Müdigkeit, Erschöpfung
  • Geräuschempfindlichkeit
  • Lustlosigkeit
  • Allgemeines körperliches Unwohlsein, Kopfschmerzen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Leistungsabfall im beruflichen Bereich
  • Angst
  • Gefühl der inneren Leere, Gefühl der Gefühllosigkeit
  • Lebensüberdruss, Todesgedanken

Vier Hauptmerkmale des Burnouts

  1. Erschöpfung: das Gefühl, körperlich und emotional dauerhaft entkräftet und ausgelaugt zu sein
  2. Zynismus: eine distanzierte, gleichgültige Einstellung gegenüber der beruflichen Tätigkeit bei vorhergehendem sehr grossem Engagement und Einsatz
  3. Ineffektivität: das Gefühl beruflichen und privaten Versagens sowie der Verlust des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten
  4. Ohnmacht: das Gefühl der Hilflosigkeit und des Kontrollverlustes – man reagiert nur noch

 

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Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Martin E. Keck ist Facharzt für Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie und Neurologie sowie Neurowissenschaftler. Er ist Ärztlicher Direktor und Chefarzt Privatstationen der Schweizer Privatklinik Clienia Schlössli in Oetwil am See/Zürich. Für seine wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Stressfolgeerkrankungen – wie z.B. Depression und Burnout – wurde ihm u.a. vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst der Bayerische Habilitationsförderpreis verliehen. Ab 2014 Berufung an das Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München als Leiter der Klinik.
 

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