Montag, 20.10.2008
Die Schweiz ist das europäische Land mit der grössten Attraktivität für ausländische Führungskräfte. Mit einem Netto-Talente-Import von 42 Prozent steht die Eidgenossenschaft ganz oben in der Gunst der Topkräfte Europas. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Karrieredienstes Experteer unter mehr als 13.000 Angestellten aus 20 europäischen Ländern. Weitere Netto-Gewinner sind die Niederlande, Belgien und Spanien.
Die umgekehrte Wanderbewegung spüren vor allem Deutschland, Frankreich und Grossbritannien. Mit zehn Prozent Netto-Talente-Export verliert Deutschland im Vergleich zu allen anderen westeuropäischen Ländern im Schnitt mehr Topkräfte als es gewinnen kann.
"Die besten Köpfe Deutschlands sind mobiler als noch vor ein paar Jahren und eher bereit für den nächsten Karriereschritt in ein anderes Land zu ziehen", sagt Dr. Christian Göttsch, Geschäftsführer des Karrieredienstes Experteer. Frankreich und Grossbritannien folgen mit neun bzw. acht Prozent abgewanderten Spitzenkräften
Am härtesten trifft es allerdings die osteuropäischen Länder: Mit durchschnittlich 18 Prozent Netto-Talente-Export verlieren Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, die Slowakische Republik, Slowenien, Tschechien und Ungarn mehr Führungskräfte als jede andere Region in Europa. Vor allem osteuropäische Fach- oder Branchenspezialisten sowie Projektleiter zieht es ins Ausland.
Die Untersuchung, die der Karrieredienst für Spitzenkräfte in Deutschland und Europa in Zusammenarbeit mit dem britischen Marktforschungsinstitut OMIS Research durchgeführt hat, zeigt weiter: 13 Prozent der europäischen Führungskräfte haben bereits eine Stelle im Ausland angenommen. Dabei verzeichnen die Beratungsbranche, der Banken- und Finanzsektor sowie die IT-Branche die signifikantesten internationalen Wanderbewegungen der europäischen Top-Talente.