Donnerstag, 11.03 2010

Gewerkschaften: SGB hat Erfolg bei den Frauen

Bern (sda) Die Wirtschaftskrise schlägt sich nicht in den Mitgliederzahlen des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) nieder. 2009 konnte der Gewerkschaftsdachverband seinen Mitgliederschwund bremsen und dank der Aufnahme einer Gewerkschaft sogar an Mitgliedern zulegen.

Per Ende 2009 habe der SGB 377'327 Mitglieder gezählt - 8901 mehr als noch ein Jahr zuvor, schreibt der Verband am Donnerstag in einer Mitteilung. Die Zunahme geht hauptsächlich auf das Konto der Genfer Gewerkschaft SIT, die 2009 rund 11'000 Mitglieder in die grösste Schweizer Arbeitnehmerorganisation einbrachte.

 

Dies bedeutet, dass die anderen SGB-Gewerkschaften im vergangenen Jahr 3000 Mitglieder verloren haben. Der Schwund sei aber weitaus weniger stark ausgefallen als in den Vorjahren, betonte SGB-Mediensprecher Ewald Ackermann gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

 

Während in früheren Jahren jährlich rund 1,5 Prozent Mitglieder weniger hingenommen werden musste, seien 2009 nur 0,6 Prozent weggefallen. Sieben Verbände hätten gar zulegen können, sagte Ackermann.

 

Trendumkehr

 

Früher galt: In einer Rezession bluten auch die Gewerkschaften. Denn in einer Krise verlieren Menschen ihre Jobs oder suchen in einer anderen Branche einen Neuanfang. Damit verloren Arbeitnehmer-Organisationen automatisch an Mitgliedern.

 

Dass der SGB in der jüngsten Krise weniger gebeutelt wurde, führte Ackermann auf mehrere Faktoren zurück: So habe dies mit dem starken Engagement der Gewerkschaften gerade in der Krise für die Arbeitnehmer zu tun. Zudem hätten die Verbände in den vergangenen Jahren stark für neue Mitglieder geworben und sich neuen Branchen geöffnet.

 

Auch der SGB betreibe seit 10 Jahren eine konsequente Öffnungspolitik, sagte der Sprecher. Damals hatte der Dachverband beschlossen nicht mehr nur den klassischen "Büezer" zu vertreten sondern sich gegenüber dem Dienstleistungssektor zu öffnen. "Die Mitgliederwerbung und die Öffnungspolitik tragen nun erste Früchte", bilanzierte Ackermann.

 

Erfolg bei den Frauen

 

Besonders konnte der Gewerkschaftsbund bei Frauen zulegen. Erstmals in seiner Geschichte habe der SGB Ende 2009 über 100'000 Frauen umfasst - ein Fünftel mehr als noch vor 10 Jahren, hiess es in der Mitteilung.

 

Diese Zunahme wiederspiegelt nach Ansicht des SGB nicht nur die höhere Erwerbsquote der Frauen sondern sei auch Ausdruck des Kampfs der Gewerkschaften für die Gleichstellung von Mann und Frau. So setzen sich Gewerkschaften und Linke seit Jahren für die Lohngleichheit ein und dafür, dass Frauen und Männer Beruf und Familie besser unter einen Hut bringen können.

 
 

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