Innovation

«Die Schweizer HR-Szene 
dürfte sich mehr emanzipieren»

Die 12. Personal Swiss läutet eine neue Ära ein: Die Zürcher Messe soll in Zukunft zu einer tonangebenden, internationalen Drehscheibe für HR-Innovationen werden. Ein Track ist auf 
Englisch, was die Palette an spannenden Speakers erweitert und auch nicht-deutschsprachige Netzwerkpartner verspricht.

Herr Petsch, an der 12. Personal Swiss wird stark auf das Thema Innovation fokussiert. Ist die HR-Branche zu wenig innovativ?

Alexander R. Petsch: Nein, das würde ich so nicht sagen. Es gibt echte Querdenker, Innovatoren, die HR-Produkte vorangetrieben haben. Solche Personen möchten wir nach Zürich holen – nicht nur dieses Jahr. Wir haben uns zu einem Dauerlauf aufgemacht und wollen die Personal Swiss zu einer Drehscheibe für internationale HR-Innovationen machen. Ziel ist es aufzuzeigen, wohin die Reise im HR geht, welche Trends sich wie entwickeln. Es geht um Inspiration und Impulse.

Auch an der Messe selbst gibt es Neuerungen. Was erwartet die Gäste zum ersten Mal?

Wir bringen den HR Innovation Slam zum ersten Mal mit in die Schweiz. Dabei werden live neue HR-Lösungen und Produkte vorgestellt, fünf bis sechs nacheinander, jedes in einer Präsentation von rund zehn Minuten. Das Publikum vor Ort sowie Online-Teilnehmer können abstimmen, wer eine Runde weiterkommt. Am Ende wird die innovativste Idee prämiert. Ebenfalls neu ist ein kompletter Track auf Englisch. Damit wollen wir mehr internationale Vordenker, aber auch Besucher, die kein Deutsch sprechen, nach Zürich holen. Das Thema Innovation wird verstärkt auf Englisch stattfinden.

Was kann die Schweizer HR-Branche vom Ausland lernen?

Es lohnt sich immer, einen Blick über die Grenze zu werfen. Vielleicht gibt es für Herausforderungen, die uns hier beschäftigen, andernorts bereits Lösungsansätze.  Zudem schwappen ausländische HR-Trends oft auch auf die Schweiz über.

Aber hängt HR nicht auch stark mit dem jeweiligen kulturellen Kontext zusammen?

Durch meine Erfahrungen in den vergangenen Jahren kann ich sagen: Am Ende des Tages sind die Herausforderungen in Russland, in Indien und den USA die gleichen wie in der Schweiz. Natürlich sind es andere kulturelle Backgrounds, und Innovationen, die ich umsetze, müssen an den kulturellen Kontext adaptiert werden. Aber das funktioniert gerade im HR-Bereich gut. Das sehen wir im deutschsprachigen Raum, der viele Trends aus den USA übernimmt. Themen wie beispielsweise die Rekrutierung sind globale Herausforderungen. Wie aber ein Mitarbeiter sein Unternehmen aussucht, hängt stark vom Kulturkreis ab. In der Schweiz würde wohl kaum ein Mitarbeiter für 200 Franken mehr Lohn die Stelle wechseln, wenn sein Unternehmen keine groben Fehler in der Personalführung macht. In Indien sieht das völlig anders aus. Solche Dinge transparent zu machen, ist auch für den eigenen Standort spannend.

Und was reizt die ausländischen HR-Fachleute an der Schweiz?

Wir spüren seit Jahren ein grosses Interesse bei unseren internationalen Partnern, an der Personal Swiss teilzunehmen. Der Ruf der Schweizer Unternehmen färbt auf das HR in der Schweiz ab. Das macht neugierig. Wenn Firmen über lange Zeiträume für Qualität bekannt sind, lassen sich Rückschlüsse auf eine gute Personalarbeit ziehen. Die Schweizer sind sehr bescheiden. Die hiesige HR-Szene dürfte sich im internationalen Kontext durchaus mehr emanzipieren, so wie das der Uhrenindustrie gelungen ist. 

Bei welchen Themen hat die Schweizer HR-Branche im internationalen Vergleich Vorsprung?

Beim Thema Corporate Health sind die Schweizer,  zumindest was die Akzeptanz in den Unternehmen betrifft, sehr fortschrittlich. Ebenfalls weit ist die Schweiz im Bereich Wertschöpfung durch Wertschätzung.

Was sind Ihre persönlichen Messehighlights?

Wir haben eine sehr hohe Dichte an spannenden Programmpunkten, die bestimmt ein paar Türchen öffnen und zeigen, wo die Zukunft hinführt. Daneben gibt es aber auch dieses Jahr viele operative Themen und Best-Practice-Beispiele in den Praxisforen und am Meeting Point. Persönlich freue ich mich sehr auf den Pfarrer und Ethiker Prof. Dr. Thomas Schwartz.

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