Die Belästigungen gingen fast immer von der Chefetagen aus, deshalb finde ich es wirkungslos, wenn gerade HR-Leiter und Vorgesetzte die Anlaufstelle für Belästigungen sein sollten. Sexistische Sprüche durch Kollegen kann man mehrheitlich abwehren, beim einem HR-Verantwortlichen oder Leiter ist das schwierig, zudem geht es um Macht. Die letzte Belästigung oder vor allem Grenzüberschreitung habe ich in einem Beratungsgespräch erlebt, wo der Berater und Leiter emotionale Grenzen überschritten hat, zudem fielen respektlose und sexistische Sprüche. Durch das Abhänigkeitsverhältnis habe ich alles ignoriert, aber ich habe gemerkt, es ging mir nach den Gesprächen oft sehr schlecht. Und dies ist oft ein Indiz, dass etwas nicht stimmt und jemand zu weit gegangen ist. Er fiel die Entscheide, wie viel Geld mir ausbezahlt wurde und ob ich strenger beurteilt werden würde oder nicht. Ich habe mich gewehrt und die Punkte angesprochen, bei denen ich mich unwohl gefühlt habe. Daraufhin hat er alles abgestritten und so hingestellt, als hätte ich etwas missverstanden und wäre ich nicht an einem Feedback interessiert. In den Gesprächen kamen auch klare Andeutung auf eine evtl. Affäre. Es war eine Verwaltung. Für mich heisst das, Klienten werden nicht ernst genommen und belächelt. Es wird weder kontrolliert noch zugehört. Bei einer anderen Stelle gab es ebenfalls einen solchen Vorfall, wieder von einer Leiterposition aus. Als ich dann nicht auf das Spiel eingegangen bin, war ich schnell mal uninteressant und würde kaum mehr beachtet. Ich habe bisher eher schlechte Erfahrungen mit männlichen Führungskräften und HR-Verantwortliche gemacht. Ich bin immer offen und freundlich, verhalte mich aber nicht kokett oder so. Grenzen sollte man früh setzen. Es gibt jedoch Einige, die werden wütend, wenn man sie in die Schranken weist. Körperliche Belästigung hat nicht stattgefunden, aber eine emotionale Belästigung kann auch verletzen und demütigen. Für Belästigungen sollte es im Betrieb eine Stabsstelle geben oder Ähnliches. Sonst gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder kündigen oder, wenn es geht, den Kontakt abbrechen.