Ein HR-Hockeyaner 
mit Vorwärtsstrategie

Deutsch

Christoph Müller ist Vater von viereinhalb Kindern. Er hat einen Sohn (14) und eine Tochter (11) aus erster Ehe sowie zwei erwachsene Stiefkinder aus zweiter Ehe. Und dann ist da noch sein «Baby», für das er lange gekämpft hat: das neue Sportzentrum Eselsriet, das zurzeit in Effretikon gebaut wird.

Hier, in Effretikon, ist er aufgewachsen, hier lebt der 51-Jährige auch heute wieder, und hier spielt er seit 43 Jahren Eishockey. Auch während der 20 Jahre, in denen er auswärts wohnte, zwischen 19 und 39, kam er regelmässig ins Training. Als der Eishockey-Club Illnau-Effretikon (EIE) vor zehn Jahren wegen Mitgliederschwund fast aufgelöst wurde, übernahm er das Amt des Vereinspräsidenten und hat sich seither, gemeinsam mit anderen Sportklubs, für das neue Sportzentrum stark gemacht. Ein ganzes Jahr lang hat er Abstimmungskampf in der Gemeinde geführt – mit Erfolg. Im Frühling steht das Hauptgebäude, und zu Beginn der nächsten Saison wird auch die dazugehörige Eishalle fertig sein. Die Hockeyaner haben dann endlich ein Dach über dem Kopf.

Nicht dass Christoph Müller auf dem Eis ein Champion wäre. Eher mittelmässig, sagt er. Aber das «Chneble», wie Müller es nennt, macht ihm Spass, hier kann er auch einmal Dampf ablassen. Während der Saison trainiert er zweimal pro Woche, meist abends von halb zehn bis halb elf, einmal pro Woche gibt es ein Meisterschaftsspiel in der Veteranen-Liga.

Überraschungseinlagen

Auch sein Sohn spielt Eishockey, und die Tochter hat im Vorschulalter ebenfalls gespielt. Heute überlegt sie sich, nach einer längeren Pause wieder einzusteigen. «Es ist also ziemlich klar, was bei uns an Winterwochenenden läuft», grinst Müller. 

In seinem Unternehmen setzt sich der HR-Leiter der AXA Winterthur für eine gesunde Work-Life-Balance ein, und er lebt diese auch vor. Die Kinder seiner zweiten Frau sind bereits ausgezogen, die Kinder aus der ersten Ehe wohnen teilweise bei der Mutter, teilweise bei ihm, und es ist ihm sehr wichtig, Zeit mit der Familie zu verbringen. So verlässt er das Büro auch einmal um 16 Uhr. Und am Wochenende wird nicht gearbeitet: «Das habe ich noch nie, und das werde ich auch möglichst nie tun», bekräftigt er. Für Notfälle ist er selbstverständlich telefonisch erreichbar – aber nur dann. 

In der Geschäftsleitung fällt Christoph Müller immer mal wieder mit unkonventionellen Ideen auf. So hat er im Anschluss an eine GL-Sitzung einmal das ganze Gremium mit einer nicht traktandierten Diversity-Präsentation von verschiedenen Frauen aus dem eigenen Unternehmen überfallen. Er fordert die Leute in Meetings auch einmal auf, ihre immer gleichen Sitzungsplätze miteinander zu tauschen («Das verwirrt manche, aber das braucht es ab und zu»). Und während der vorletzten Sommerferien hat sein Team eine Woche lang einen Zirkus aufs Firmenareal eingeladen: Die Kinder der Angestellten durften ein aussergewöhnliches Ferienprogramm erleben, während ihre Eltern arbeiteten.

Christoph Müller ist aber nicht nur unkonventionell. Er erfüllt mehrere Bedingungen des HR-Leiters, wie er im Lehrbuch steht: Er ist nicht nur Teil der Geschäftsleitung, sondern kann, dank seiner über 20 Jahre im Kerngeschäft bei der Swiss Re, auch im Business mitreden. Er ist ein Verfechter von Messbarkeit: «HR-Arbeit hat nicht nur mit Gefühl zu tun, sie lässt sich, entgegen der Meinung vieler HR-Menschen, durch vernünftige Schlüsselzahlen messen.» Auch diskutiert er gern und gut, kann seine Gesprächspartner oft von seiner Meinung überzeugen und seine Ideen umsetzen. Nicht zuletzt haben Christoph Müller und sein Team 2011 den Swiss HR-Award gewonnen – ein Zeichen dafür, dass hier einer weiss, was er tut.

Lead: 

Wenn Christoph Müller etwas wirklich wichtig ist, setzt er alle Hebel in Bewegung. Im Beruf wie im Privaten. Der HR-Leiter der AXA Winterthur hat Energie für zwei. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass er sehr bewusst seine Work-Life-Balance pflegt. 
Die Familie ist ihm heilig. Und im Winter dreimal pro Woche aufs Eis, das muss schon sein.

Body Text 2: 

Humor und Herzblut

Eine enge Mitarbeiterin, Yvonne Seitz, Leiterin Diversity & Family Care, beschreibt ihren Chef als spontanen Menschen, als Pragmatiker, der visionär denkt und gleichzeitig seine Ideen schnell auf den Boden der Realität bringt, der nie stehen bleiben will, immer in Bewegung ist. Und: «Er hat Humor und Herzblut und ist herrlich unkompliziert.»

Seitz’ Fremd- und Müllers Selbsteinschätzung decken sich. Das dürfte vor allem auch an Müllers Authentizität liegen: So wie er ist, gibt er sich auch. Rollen zu spielen, ist nicht sein Ding. Er zeigt seine Emotionen, lässt sein Bauchgefühl zu, ist manchmal ungeduldig – «das ist keine Schwäche, sondern ein Zeichen, dass man weiterkommen will». Hin und wieder braust er auf: «Ich sage klar meine Meinung, bin dann aber nicht nachtragend.»

Laut Christoph Müller schätzen seine Mitarbeiter an ihm, dass er an den Dingen dranbleibe und darum vieles zu bewegen vermag. Nicht immer geschätzt werde seine Geschwindigkeit, die den Leuten einiges abfordere. Verbessern will er sich beim Lob: «Ich gebe mehr spontane Komplimente als früher, aber es ist immer noch zu wenig.»

Den Willen, seine Ziele zu erreichen, hatte der HR-Leiter schon früh. Wenn ihm etwas wirklich wichtig war, setzte er dafür alle Hebel in Bewegung. Während seiner KV-Lehre zum Beispiel interessierten ihn Hockey und Mädchen mehr als die Noten – kurz vor der Lehrabschlussprüfung machte er einen Notencheck und kam auf einen Schnitt von 3,9. Er hatte bereits eine Stelle bei der damaligen Schweizer Rück zugesichert, unter der Voraussetzung, dass er die Prüfung bestehe. Also büffelte er in den Weihnachtsferien zwei Wochen lang von sieben Uhr morgens bis zehn Uhr abends, holte quasi das KV nach und bestand schliesslich mit einem Durchschnitt von 4,9.

Zur Person

Christoph Müller, geboren 1961 in Zürich, wuchs als ältestes von drei Kindern in Effretikon auf. Nach der KV-Lehre stieg er bei der damaligen Schweizer Rück ein, wo er in 27 Jahren 13 Stationen durchlief, von Administration über Underwriting und Account Management bis zur Stabsfunktion. Dann wechselte er in eine Teamleitungsfunktion im HR – im HR sieht er noch heute das grösste Veränderungspotenzial der meisten Unternehmen. Er heiratete 1996, zog 1999 mit sei
ner Familie in ein Haus in Effretikon. 2007 kam es 
zur Scheidung, und auch beruflich orientierte sich Christoph Müller neu: Er wurde Leiter HR Asset Management Switzerland / Luxembourg bei der CS, wechselte schliesslich 2008 zur AXA Winterthur, als HR-Leiter und GL-Mitglied. 2008 lernte er seine heutige Frau kennen und ist seit 2011 wieder verheiratet.

Plötzlich stand die ganze Welt kopf

Es gibt einen grossen Bruch in Christoph Müllers Leben. Dieser traf ihn unvorbereitet: «Im Sommer 2005 fuhr ich eines Morgens mit dem Auto zur Arbeit, Brüttiseller Kreuz, Sonnenaufgang, ein wunderschöner Tag, und ich dachte mir: In meinem Leben stimmt alles.» Doch dann trennte sich seine Frau von ihm, und wenig später zwangen ihn Änderungen innerhalb der Firma, einen Jobwechsel ins Auge zu fassen. «Alles in meinem Leben veränderte sich innert kürzester Zeit, nichts war mehr wie vorher», sagt Christoph Müller. Er ging zur CS, merkte aber, dass ihm die Kultur im Bankenumfeld ganz allgemein nicht behagte, und wechselte nach anderthalb Jahren zur AXA.

Schwer wog der Wechsel im Privaten. «Ich hatte mir immer vorgenommen, nur einmal zu heiraten», so Christoph Müller. Dass es nicht geklappt hat, geht ihm heute noch nahe: «Zum Heiraten braucht es zwei Menschen, zur Scheidung nur einen. Dass ich das nicht ändern konnte, hat mich sehr belastet.» Nach der Arbeit in ein leeres Heim zu kommen, war für einen Familienmenschen wie ihn der Horror.

Eine von Christoph Müllers Stärken ist sein positives Denken. Damit meisterte er diese Phase seines Lebens. Rückblickend sagt er: «Das Scheitern meiner ersten Ehe war der grösste Misserfolg meines Lebens. Der grösste Erfolg ist, neben meinem jetzigen Job und dem Sportzentrum, dass ich wieder eine Familie habe. Und die ist mir heilig!»

Ausser Dienst

Meine Hobbys: Familie, Garten, Eishockey, Skifahren.

Meine grösste Leidenschaft: Mein Motorboot auf dem Lago Maggiore. Hier relaxe ich mit meiner Familie. Ich liebe die Stimmungen auf dem See.

Das hat mich geprägt: Meine zweieinhalb Jahre in Südafrika während der Swiss-Re-Zeit. Ich werde nie mehr vergessen, wie privilegiert wir Schweizer sind.

Darüber ärgere ich mich am meisten: Über mich. Wenn ich etwas verpatze, könnte ich mich auf den Mond schiessen.

Das bringt mich zum Staunen: Leute, die sich entwickeln, die wie Mauerblümchen wirken und dann plötzlich viel aus sich machen. Und die Entwicklung von Kindern, das fasziniert mich, das ist das grösste Wunder der Welt.

 

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