Buchtipp

Steh auf und nimm dein Leben in die Hand!

Egal ob in der Partnerschaft, im Freundeskreis oder auch am Arbeitsplatz: Die aktuell eingeschlagene Richtung stimmt irgendwie nicht mehr. Eigentlich wäre es an der Zeit etwas zu ändern. Das tun aber die wenigsten. Weshalb es sich lohnt, der Komfortzone ab und zu mal den Rücken zu kehren, zeigt Diana Dreessen im Buch «Steh auf und nimm dein Leben in die Hand. Kurskorrektur für Anfänger und Fortgeschrittene».

Frau Dreessen, wie kamen Sie dazu, dieses Buch zu schreiben?

Viel zu oft habe ich von den vielen Mitarbeitern in meinen Firmentrainings folgende Aussagen gehört: «Man müsste mal was ändern im Leben. Wenn ich könnte, würde ich..., meine Umstände und Verpflichtungen lassen es nicht zu, dass ich beruflich neue Wege gehe. Mein Job füllt mich schon lange nicht mehr aus.» Diese und weitere Aussagen haben mich dazu veranlasst einen Ratgeber zu schreiben, bei dem es erwünscht und erlaubt ist, gross zu träumen und seinem kreativen Denken einen neuen Raum zu geben.

In Ihrem Buch leiten Sie die Leser an, Änderungen bei sich und ihrem Leben vorzunehmen. Also eigentlich Selbstcoaching: Was fasziniert an diesem Thema?

Mich fasziniert die Fähigkeit des Menschen, seine Lebensumstände bewusst ändern zu können. Beginnt man damit, in seinen Innenwelten aufzuräumen, umzudenken sowie Einstellungen und Haltungen zu verändern, verändert man sein Leben. Diesen einen bestimmten Schalter im Inneren zu finden, der einen in Minuten in neue Lebensgefühle und damit zukünftig in neue Lebensumstände katapultieren kann, der ist es, der mich jedes Mal auf das Neue beeindruckt. Mit meinen Büchern versuche ich Menschen zu inspirieren, diesen Schalter bei sich zu finden.

Warum fällt es uns so schwer, Dinge in unserem Leben oder sogar unser eigenes Handeln zu ändern?

Zum einen begleitet uns ständig die Angst falsche Entscheidungen zu treffen oder falschen Ratgebern und Spuren zu folgen, um dann am Ende schlechter dazustehen, als gegenwärtig. Zum anderen ist es sehr viel bequemer, nichts zu verändern. So kann man die Ursache des Nichthandelns gerne auf die Umstände, die Herkunftsgeschichte oder andere Personen schieben und ist gefühlt aus der Verantwortung draussen. Es geht einem dann zwar nicht besser, aber meistens auch nicht schlechter. Ganz tief im Inneren wissen die Menschen, dass eine Veränderung immer mit einem Preis verbunden ist. Diesen möchten viele nicht zahlen. Der Preis wäre unter anderem die Komfortzone zu verlassen und sich seinen nicht so starken Seiten zu stellen. Der Mensch ahnt, dass dies oftmals kein Honigschlecken sein wird. Da er nicht geübt ist, seinen Schatten auszuhalten, sieht er lieber davon ab.

Heisst sich selber coachen auch automatisch «bewusst Änderungen vornehmen»?

Sich selber coachen, heisst für mich in erster Linie sich besser kennenzulernen. Seine Gedanken und Haltungen zu überprüfen und diese auf die gegenwärtige Richtigkeit zu untersuchen, ist wirklich spannender als ins Kino zu gehen. Zu erkennen, dass es anderen Menschen in bestimmten Situationen genauso ergeht, wie einem selbst, dass erzeugt Mut und verringert das oftmals negative Denken über die eigene Person. Insofern kann man auf dieser Reise zu sich selbst, gar nicht anders, als sich zu verändern. Mit einer positiv geführten Anleitung wird der innere Muskel, der für die Selbstliebe verantwortlich ist, grösser und trainierter.

Wie weiss ich, wann ich etwas ändern, also eine neue Richtung einschlagen muss?

Wenn die Unzufriedenheit und die Gereiztheit zunehmen. Wenn die Geduld gänzlich aus dem Leben verschwunden ist und zusätzlich die Lebensfreude in Abwesenheit glänzt. Wenn man damit beginnt, anderen nichts mehr zu gönnen, obwohl das vorher kein bekannter Wesenszug war. Wenn die körperlichen «Unpässlichkeiten» und das Schlafbedürfnis extrem zunehmen.

Woher weiss ich, in welche Richtung ich gehen soll?

Die neue Richtung sollte sich einfach gut, spannend und aufregend anfühlen. Wenn man sich mit Bausteinen seines neuen Lebensbereiches beschäftigt, sollte das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht weichen. Vergleichbar ist dieses Gefühl mit dem verliebt-sein.

Und was mache ich mit der Angst?

Eine wirklich gut wirkende Technik, die mehrfach erfolgreich erprobt wurde, ist, sich die Angst als einen unangenehmen Gesprächspartner vorzustellen. Mit dieser imaginären Person führt man einen Dialog, der so lange fortgeführt wird, bis die Angst am Ende einknickt. Natürlich muss man so ein wichtiges und richtungsveränderndes Gespräch gut vorbereiten. Da fängt das Dilemma meistens an. Wer macht sich wirklich die Mühe seiner Angst zu begegnen und diese Begegnung gut vorzubereiten? Zu wenige. Eine andere Möglichkeit wäre, seine Ängste mit jemandem zu besprechen, der einem als stark, unerschütterlich und kompetent erscheint. Allein die Angst öffentlich zu machen und ihr zu demonstrieren, dass es ihr an den Kragen geht, lässt sie schon etwas kleiner werden. Ein Versuch ist es wert!

Ja, aber ...? Woran liegt es, dass die meisten Mensch mühelos Argumente finden, warum etwas nicht umgesetzt werden kann?

An der Bequemlichkeit und der Angst, dass es nach einer Veränderung nicht besser wird. Ausserdem stehen einem oftmals zu viele negative Erinnerungen im Weg, die einen schier handlungsunfähig werden lassen.

«Warum es nützlich ist zu wissen, wie gut man ist» – ein Zitat aus Ihrem Buch. Wie finde ich das heraus?

Indem man Menschen befragt, die einen so lieben, wie man ist. Die es immer gut mit einem meinen und die gerne Zeit mit einem verbringen. Die dürfen gerne darüber berichten, warum man in was gut ist oder sogar besser als manch ein anderer.

Im zweiten Kapital schreiben Sie, man soll seinem eigenen Herz einen Brief schreiben. Was genau sollen wir unserem Herz berichten?

Unsere Sorgen, Bedenken, Ängste, gefühlte Hindernisse, Wünsche und Träume. Das spannende an der Übung ist ja, wenn das Herz ein Antwortschreiben formuliert.

Jeder Erfolg bleibt nachhaltig bestehen, wenn er mit dem Herzen geplant, umgesetzt und gewürdigt wird. Also ist es sinnvoll, sein Herz gleich von Anfang an mit ins Veränderungsboot zu nehmen.

Buchtipp

Buchtipp Steh auf und nimm dein Leben in die Hand. In der Partnerschaft, im Freundeskreis, an der Arbeitsstelle: Die eingeschlagene Richtung stimmt «irgendwie» nicht mehr. Sie spüren, es wäre es an der Zeit, etwas zu ändern. Doch nichts passiert. Warum halten wir an etwas fest, das nicht wirklich funktioniert? Weil der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Coach Diana Dreessen zeigt in ihrem Buch, dass es sich lohnt, der Komfortzone den Rücken zu kehren und Neuland zu betreten.

Diana Dreessen: Steh auf und nimm dein Leben in die Hand. Kurskorrektur für Anfänger und Fortgeschrittene, dtv, 2015, 216 Seiten.

 

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Manuela Vock

Redaktorin, HR Today. mv@hrtoday.ch

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Eliane Stöckli

Online-Redaktorin, HR Today. es@hrtoday.ch

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