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Rentabilität von internationalen Personaleinsätzen

Die Rentabilität von internationalen Entsendungen ist schwer messbar. Dennoch sollten sich Unternehmen ein paar Überlegungen zu ihrer Workforce Mobility machen, bevor sie ihre Mitarbeitenden ins Ausland schicken.

Die mit internationalen Entsendungen in Beziehung stehende Rentabilität (ROI) ist ein Thema, welches die Global Mobility Experten seit mindestens einem Jahrzehnt beschäftigt. Die Herausforderung liegt darin, dass sich bis vor kurzem Grosskonzerne und die Global Mobility Services Branche nicht darüber einigen konnten, wie diese Art der Rentabilität zu messen ist. Nach heutigem Erkenntnisstand wissen wir, dass die Messung der mit internationalen Entsendungen in Beziehung stehenden Rentabilität basierend auf den Prioritäten jedes Unternehmens variieren kann, jedoch mindestens folgende vier Hauptvariablen beinhalten sollte:

  1.  Welche Ziele verfolgt das Unternehmen mit der Entsendung eines Mitarbeitenden?
  2. Wie weiss das Unternehmen, ob diese Ziele am Ende der Entsendung erfüllt wurden (Erfolgskriterien)?
  3. Welche Ziele haben der Mitarbeitende (und seine Familie) und was ist sein Beweggrund, eine internationale Entsendung anzunehmen?
  4. Wie wissen der Mitarbeitende und seine Familie, ob die Ziele und Beweggründe am Ende der Entsendung erfüllt wurden?

Nicht alle Teams im Bereich Global Mobility werden von ihren Vorgesetzten aufgefordert, Rentabilitätsüberlegungen bezüglich internationaler Entsendungen zu entwickeln. Aber als Praktiker können wir alle unsere Kenntnisse über das Thema erweitern und anfangen, in kleinen oder grossen Schritten diesem Bereich eine erweiterte Aufmerksamkeit zu widmen.

Die Evaluation der Rentabiliät internationaler Personaleinsätze bedarf zweifelsohne mehr als nur die Abklärung der vier oben aufgeführten Fragen. Sie führen jedoch in jedem Falle zum nächsten Schritt, nämlich zur Entwicklung messbarer Kriterien aufgrund dessen eine Mobilitätsstrategie abgeleitet werden kann. Die folgenden Schritte bieten einen strukturierten Ansatz zu Rentabilitätsüberlegungen internationaler Personaleinsätze, welche aufgrund firmenspezifischer Bedürfnisse variieren können.

Überlegungen zur Rentabilitätsfrage

Nachstehend finden Sie sechs Fragen, die an ein Mobilitätsprogramm im Bezug auf Effektivität zu stellen sind:

  1. Ziele einer internationalen Entsendung: Sind die Ziele für internationale Personaleinsätze allen Beteiligten gegenüber klar definiert, sodass langfristige Ziele vor, während und nach eines internationalen Personaleinsatzes erkannt, unterstützt und überprüft werden können?
  2. Entsendung im Rahmen von Mitarbeiterentwicklungsprogrammen: Werden in Ihrem Unternehmen Führungskräfte als Teil einer zielorientierten und langfristigen Nachfolge- oder Karriereplanung entsandt oder neigen diese Entsendungen dazu, eher zufällig nach Bedarf aufzutreten? Besteht ein Link zwischen Talent- und Global Mobility Management?
  3. Messung der Fluktuationsrate: Wie können Sie die Fluktuationsrate und die Hauptaustrittsgründe zurückverfolgen? Durch wen und wie wird die Fluktuationsrate von ehemaligen Entsandten in Ihrem Unternehmen gemessen, und wissen Sie über die Austrittsgründe ausgetretener Mitarbeiter Bescheid?
  4. Planung der Repatriierung: Wissen Sie, wer gerade auf Entsendung ist und wer dieses Jahr vor der Repatriierung steht? Wann und wie messen die entsprechenden Vorgesetzten, ob und in welchem Umfang die vorgängig gesteckten Ziele erfüllt wurden?
  5. Der Wert internationaler Personaleinsätze für Ihr Unternehmen: Kennen alle Firmenbereiche (Geschäftsleitung, Linie und HR) den Mehrwert internationaler Personaleinsätze im Hinblick auf die eingeschlagene Geschäfts- und Talent Managementstrategie? Wissen sie, bei welchen Entsendungstypen und aufgrund welcher Kriterien die Rentabilität gemessen werden soll?
  6. Mitarbeiterbeurteilung: Wie beurteilen Ihre Mitarbeitenden nach der Rückkehr den persönlichen Nutzen des internationalen Einsatzes? Wie stellen Sie sicher, dass diese Beurteilungsdaten in einer strukturierten Art und Weise gesammelt und später ausgewertet werden können?

 

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Giovanni De Carlo blickt auf eine langjährige internationale Erfahrung in der Relocation-, HR Beratung- und in der Aviatikindustrie mit verschiedenen Auslandaufenthalten zurück. Seine Expertise liegt in der ganzheitlichen Beratung bei der Erbringung von Global Mobility Services. Giovanni De Carlo ist diplomierter Betriebsökonom FH, spricht fünf Sprachen fliessend und hat sein MBA-Studium an der Donau Universität in Krems absolviert. Als Business Development Director für Continental Europe bei Crown Relocations ist er für die kommerziellen Aktivitäten von Crown Relocations innerhalb Continental Europa verantwortlich.
www.crownworldmobility.com

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