Recruiting

Silp: Warten auf den Traumjob

Eine Million. So viele User hat das Start-up Silp bereits, drei Wochen nach dem Launch. Die Facebook-App will Talente und Jobs zusammenbringen.

«Dein Traumjob findet dich», das verspricht die neue Facebook-App Silp. Also kein mühsames und zeitraubendes Abklappern von Stelleninseraten. Der User wartet einfach, bis ein passendes Angebot in sein Postfach flattert. «Wir versuchen, Talente und Jobs zusammenzubringen, sagt Gründer Dominik Grolimund. Die Idee dahinter: Freunde vermitteln Jobs an Freunde. Das Besondere: Der Benutzer muss nicht aktiv werden.

Meldet sich ein User via Facebook bei Silp an, erfasst die App seine beruflichen Daten, seine Fähigkeiten und Jobpräferenzen. Dafür greift Silp auch auf andere Portale wie Twitter, Xing oder LinkedIn zu. Zum einen sucht Silp nach passenden Jobs für ein Talent. Silps Algorithmus soll dabei sicherstellen, dass die Benutzer nur Jobangebote erhalten, die zu ihnen passen. Zum anderen können aber auch Facebook-Freunde ein Stelleninserat weiterleiten.

Talente finden, die nicht suchen

Dominik Grolimund geht davon aus, dass besonders enge Freunde einander über offene Stellen informieren. «Darum setzen wir bewusst auf das private Netzwerk Facebook.» Die vier Gründer, neben Grolimund Christian Felder, Daniel Schlegel und Jonas Kamber, wissen als Unternehmer, wie schwierig es ist, geeignete Mitarbeiter zu finden, und haben gute Erfahrungen mit Empfehlungen gemacht. Im Gegensatz zu anderen Konkurrenten wie Branchout muss der User bei Silp weder ein Netzwerk noch ein Profil pflegen. Dementsprechend richtet sich das Angebot in erster Linie an Talente, die nicht aktiv auf Jobsuche sind, die aber über spannende Jobangebote und Karrierechancen informiert werden möchten.

Auch für Unternehmen und das HR ist Silp interessant, verspricht Grolimund. Arbeitgeber können Jobanzeigen auf Silp schalten und Talente in ihrem Netzwerk oder eben im Talentpool von Silp finden. «So können Arbeitgeber auch potenzielle Mitarbeiter erreichen, die nicht auf Jobsuche sind und die sonst schwierig zu erreichen sind.» Zudem unterstützt das Tool Mitarbeiterempfehlungsprogramme: Der Arbeitgeber sieht, wer von seinen Mitarbeitern jemanden in seinem Netzwerk hat, der auf die Stelle passen würde.

Einnahmen durch Inserate

Während Silp für Talente kostenlos ist, müssen Unternehmen für ihre Jobinserate zahlen - wie viel, ist allerdings noch offen. Derzeit können auch noch keine Inserate aufgegeben werden. «Wir befinden uns noch in der Pilotphase», erläutert Grolimund. Bevor sie zu den Firmen gehen, wollten die Gründer zuerst einen Talentpool anbieten können. Einen wichtigen Meilenstein haben sie erreicht: Nur drei Wochen nach dem Launch Mitte August hat Silp bereits eine Million Benutzer. Auch die Neugier der Unternehmen ist geweckt: Über 1000 Firmen haben bereits Interesse bekundet. «Es läuft besser als erwartet», freut sich Grolimund. Sein Ziel ist, möglichst schnell auch für Arbeitgeber zugänglich zu sein.

Der Name Silp hat übrigens keine Bedeutung. «Wir wollten einen kurzen Namen, der in verschiedenen Sprachen gut ausgesprochen werden kann.» Die Technologie funktioniert unabhängig vom Netzwerk. Weil aber Facebook mit knapp einer Milliarde Mitglieder das grösste Netzwerk ist, haben die Silp-Gründer darauf gesetzt.

Zur Person

Dominik Grolimund ist in der Branche kein Unbekannter. Vor Silp hat der 31-Jährige den Cloud-Speicheranbieter Wuala gegründet und 2009 an LaCie verkauft. Seine erste Firma Caleido lancierte der Informatiker im Alter von 14 Jahren.

 

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