Mobile Recruiting Studie 2015

Mobile Bewerber haben es in der Schweiz schwer

Die Agentur Wollmilchsau hat für ihre Schweizer Mobile Recruiting Studie 2015 die Karrierewebseiten von 179 börsenkotierten Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz auf ihre Mobile Candidate Experience hin untersucht.

Zwei Drittel der Internetnutzer in der Schweiz surfen mobil, jeder dritte schweizerische Google-Nutzer sucht mobil nach Stellenangeboten. Doch dieser Entwicklung tragen längst nicht alle Organisationen Rechnung: Nur 23 Prozent der Karriereseiten sind mobiloptimiert. Über eine mobiloptimierte Jobbörse verfügen nur ca. 14 Prozent der untersuchten Unternehmen, und nicht mal jedes zehnte bietet Bewerbern mobiloptimierte Bewerbungsformulare an, so die Ergebnisse der «Mobile Recruiting Studie 2015: Schweiz».

Auffällig sei, dass die mobiloptimierten Karriereseiten oftmals nur eine gekürzte Fassung des Karrierebereichs der Desktop-Version darstellen, heisst es in der Studie. Für die Autoren ist dies nicht nachvollziehbar, denn die Karriereseite stelle den Ausgangspunkt des Bewerbungsverfahrens dar. «In Anbetracht des rasanten Anstiegs der mobilen Stellensuchenden sollte im Kampf um Mitarbeiter mehr Aktivität und Entgegenkommen seitens der Unternehmen erwartet werden können.»

Bewerber via Smartphone brauchen Nerven

Bei den Jobbörsen sieht es noch schlimmer aus: von den 179 untersuchten Karriereseiten führen 86 Prozent zu einer nicht mobiloptimierten Jobbörse. Hat sich ein Bewerber auf seinem Smartphone durch die nicht mobiloptimierte Karriereseite und die nicht mobiloptimierte Jobbörse des Unternehmens gekämpft, beisst er vielleicht auch weiter auf die Zähne und will sich mobil bewerben. Doch gerade mal 9 Prozent der untersuchten Unternehmen bieten ein mobiloptimiertes Bewerbungsformular an.

Die Bedeutung mobiloptimierter Seiten nimmt zu, denn seit 21. April 2015 ist die Mobiloptimierung ein wichtiger Faktor im Google Ranking. Doch die Studienautoren halten ernüchtert fest: «Auf dem Weg zur (..) mobilen Bewerbung ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich das jeweilige schweizerische Unternehmen durch mobile Nutzerfreundlichkeit auszeichnet, derzeit noch beunruhigend gering.» Umgekehrt hätten Unternehmen mit einer Smartphone-freundlichen Karriereseite die Chance auf eine Vorreiterrolle im Recruiting-Markt.

Negative Auswirkungen

Ein hoher Aufwand beim Bewerbungsprozess hat einen negativen Einfluss auf die Anzahl der eingehenden Bewerbungen, verringert die Auswahlmöglichkeiten aus qualifizierten Bewerbern und führt zu höheren Ausgaben für weitere Recruiting-Massnahmen.

Da das Ausfüllen eines Bewerbungsformulars trotz Mobiloptimierung auf dem Smartphone etwas mühsamer ist als auf einem Desktop-PC, empfiehlt die Wollmilchsau die Möglichkeit einer Xing- oder Linkedin-Bewerbung. So müssen die Bewerber ihre Daten nicht mühsam in das Bewerbungsformular einfügen, sondern sie können diese direkt aus ihrem Xing- oder Linkedin-Profil importieren. Diese Option bieten allerdings nicht mal fünf Prozent der untersuchten Firmen an.

Aktivität tut not

Schweizer Unternehmen müssen hinsichtlich der Mobiloptimierung ihrer Karriereseiten dringend aktiv werden, lautet das Fazit der Studie. Und zwar müssen sowohl Karriereseite wie auch Jobbörse und Bewerbungsformular Smartphone-tauglich sein.

Die Wollmilchsau GmbH ist eine deutsche Digitalagentur für Personalmarketing und Employer Branding. 2012 wurde das Unternehmen mit dem HR Excellence Award für Social Media Recruiting ausgezeichnet. Der Unternehmens-Blog «Wollmilchsau» gehört mit 25'000 Lesern pro Monat zu den beliebtesten HR-Medien im deutschsprachigen Raum.

Mehr Infos zur Studie und Empfehlungen auf www.wollmilchsau.de

Kommentieren0 KommentareHR Cosmos
Weitere Artikel von Yvonne Bugmann

Kommentieren

Das könnte Sie auch interessieren