Dresscode

Auch bei heissem Wetter ist heisses Outfit nicht unbedingt erwünscht

Mitarbeiter, die mit Kunden zu tun haben, müssen sich oft an einen Dresscode halten. Dieser gilt auch bei heissen Temperaturen. Allerdings kennen manche Unternehmen spezielle Sommeruniformen.

Wer Kundenkontakt hat, trägt eine Uniform oder hat sich an detaillierte Kleidervorschriften zu halten. Das gilt für die Chauffeure der Verkehrsbetriebe Zürich, das gilt für das Schalterpersonal der UBS und das gilt auch für das Schalter- und Zustell-Personal der Schweizerischen Post. In allen anderen Bereichen gilt der gesunde Menschenverstand, sagen alle drei befragten Unternehmen.

«An unserem Hauptsitz gibt es keinen Dresscode», sagt Mariano Masserini, Mediensprecher der Post. «Einige kommen mit Krawatte zur Arbeit, andere ohne, einige in Jeans, andere im Kostüm.» Was ein Mitarbeiter anziehe, sei situationsabhängig. «Wenn ich den Direktor vor die Presse begleite, binde ich mir natürlich eine Krawatte um.» Generell vertraue die Post auf den gesunden Menschenverstand der Mitarbeiter.

Auch diejenigen Post-Angestellten, die eine Uniform tragen müssen, klagen laut Masserini nicht darüber. «Wer für die Post arbeitet, erklärt sich mit verschiedenen Sachen einverstanden. Dazu gehört auch das Tragen bestimmter Kleider.» Zudem hat das Post-Personal spezielle Sommer- und Winter-Ausstattungen: Das Schalterpersonal zieht im Sommer bei Bedarf kurzärmelige Oberteile an, die Zustell-Mitarbeiter Shorts.

Kurze Hosen bei den VBZ

Auch bei den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ) können die Chauffeure im Sommer als Uniform kurze Hosen und ein Kurzarmhemd anziehen, die Frauen einen Jupe und eine kurzärmelige Bluse. «Kurze Hosen sind ein Novum im öffentlichen Verkehr», betont Jörg Buckmann, Leiter Personalmanagement der VBZ. Zwar darf das Fahrpersonal keine offenen Schuhe tragen. «Vorschriften zur Beinrasur der Männer in kurzen Hosen gibt es aber nicht», sagt Buckmann schmunzelnd.

Uniformpflicht gilt bei den VBZ für alle Mitarbeiter mit direktem Kundenkontakt. Doch auch Mitarbeiter, die etwa im handwerklich-technischen Bereich arbeiten, können nicht einfach anziehen, was sie wollen: «Aus Sicherheitsgründen können sie Helme oder Sicherheitsschuhe nicht weglassen», erläutert Buckmann. Im Büro gelte dagegen ein lockerer Dresscode. «Im Deux-Pièces oder mit Anzug und Krawatte sieht man nur wenige Leute.» Doch alles hat seine Grenzen: «Miniröcke, tiefe Ausschnitte, kurze Hosen oder Flipflops sind im Bürobereich tabu», sagt Buckmann. Auch er appelliert diesbezüglich den gesunden Menschenverstand.

Rot-weiss-schwarze UBS

Bei der Grossbank UBS sind Kleidervorschriften ebenfalls davon abhängig, ob ein Mitarbeiter Kundenkontakt hat oder nicht. «Im Schalterbereich unserer Geschäftsstellen legen wir Wert auf ein einheitliches Erscheinungsbild», sagt Mediensprecher Andreas Kern. Für die Mitarbeiter heisst das: dunkler Anzug, weisse Bluse oder Hemd, schwarze Schuhe, schwarzer Gürtel. Die Männer tragen eine rote Krawatte, die Frauen einen roten Schal. Rot, weiss, schwarz - die Farben der UBS.

Rund 1500 der insgesamt gut 23’000 Mitarbeiter der UBS seien von dieser Regelung betroffen, sagt Kern. «Für alle anderen Kundenberater gibt es keine Regelungen.» Dennoch werde Wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild gelegt, dazu gehöre auch eine Krawatte. «Es gehört bei einem Kundenberater dazu, dass er sich in Schale wirft.»

Regelmässigen Kundenkontakt haben etwa 5000 UBS-Mitarbeiter. Die restlichen 18’000 dürfen je nach Team auch in Jeans, in manchen Abteilungen gar in Flipflops im Büro erscheinen. «Die Mitarbeiter merken selber, wo die Grenzen sind», sagt Kern. Deshalb erscheine auch kaum jemand mit kurzen Hosen im Büro. «Leute, die einen Job in einer Bank suchen, wissen, worauf sie sich einlassen», ist Kern überzeugt. Das Arbeitsumfeld beeinflusse die Kleiderwahl. Grundsätzlich plädiert aber auch Kern für den gesunden Menschenverstand und Eigenverantwortung.

Was sagt der Experte zum Thema Dresscode? Lesen Sie hier das Interview mit dem Stilfachmann Jeroen van Rooijen.

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