Betriebliche Gesundheitsförderung

Gesunde Mitarbeitende zahlen sich aus

Betriebliche Gesundheitsförderung investiert in die wichtigste Unternehmensressource überhaupt: die Mitarbeitenden.

Stress, Burnout, Erschöpfung: Solche und ähnliche Begriffe sind derzeit in aller Munde. Das wundert nicht, denn am Arbeitsplatz sehen sich Mitarbeitende veränderten Arbeitsbedingungen, organisatorischem Wandel, steigenden Anforderungen und zunehmendem Zeitdruck gegenüber. Und weil in der heutigen 24-Stunden-Gesellschaft die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben zusehends verschwimmen, setzt sich dieser Druck auch immer öfter nach dem Feierabend fort.

Die Erholungsphasen für Körper und Geist werden immer kürzer, die physische und psychische Belastung wird zum Dauerzustand. «Und genau hier liegt das Problem», sagt Thomas Mattig, Direktor von Gesundheitsförderung Schweiz. «Stress an sich macht noch nicht krank; krank macht Stress erst, wenn nach der Beanspruchung die notwendige Erholung fehlt. Jeder Mensch braucht Erholungsphasen und einen angemessenen Freiraum, damit er sich entfalten kann. Nur dann bleibt er gesund und leistungsfähig.»

Unternehmen leiden mit

Die Folgen des andauernden Stress und die damit verbundenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen tragen nicht nur die direkt Betroffenen, auch die Unternehmen leiden: Stress- und Burnout-Phänomene gehören zu den grössten krankheitsbedingten Kostenverursachern in Schweizer Betrieben. Denn ein hoher Stresslevel der Mitarbeitenden lässt Arbeitszufriedenheit  und -produktivität sinken, das Arbeitsklima wird schlechter, Qualitätsprobleme häufen sich – Fehlzeiten und Personalfluktuation nehmen zu. Daher sollten Betriebe allein aus betriebswirtschaftlichen Gründen sehr bewusst und sorgsam mit der Gesundheit der Mitarbeitenden umgehen.

«Viele Arbeitnehmende realisieren gar nicht, dass sie gestresst sind, und deuten die Symptome falsch. Oft werden die Anzeichen aber auch ganz bewusst ignoriert. Unter Stress zu leiden gilt als Schwäche, keiner will den Eindruck der Überforderung erwecken. Dies hat Folgen, denn je später Stress erkannt wird, desto gravierender sind seine gesundheitlichen Auswirkungen.»
Thomas Mattig, Direktor Gesundheitsförderung Schweiz

Systematisches Vorgehen zahlt sich aus

Die betriebliche Gesundheitsförderung bietet hierzu eine Vielzahl erfolgversprechender Massnahmen – ein Patenrezept für den optimalen Mix gibt es aber nicht. Deswegen sollte am Anfang jeder Intervention eine gründliche Analyse der Ist-Situation stehen. Der Online-Fragebogen S-Tool von Gesundheitsförderung Schweiz  hilft bei der Identifikation der Stress-Hotspots und schafft die Grundlage für nachhaltige Verbesserungen. Punktuelle Einzelmassnahmen versprechen allerdings keinen Erfolg – betriebliche Gesundheitsförderung entfaltet ihre Wirkung nur, wenn sie langfristig geplant, umgesetzt, evaluiert und weiterentwickelt wird. Sie ist damit Teil der Unternehmensstrategie und wird zur Chefsache. Unternehmen mit einem solchen systematischen betrieblichen Gesundheitsmanagement können sich seit 2009 mit dem Label Friendly Work Space ® von Gesundheitsförderung  Schweiz auszeichnen lassen.

Gute Gründe für betriebliche Gesundheitsförderung

  • Kosten durch Absenzen und Krankheit sinken.
  • Motivation und Produktivität der Mitarbeitenden steigen.
  • Der respektvolle Umgang stärkt Vertrauen und Eigenverantwortung.
  • Die Identifikation mit dem Unternehmen wächst (tiefere Fluktuation).
  • Arbeitsklima und der Teamgeist werden wesentlich verbessert.
  • Engagierte Unternehmen haben einen Imagegewinn.

Friendly Work Space®

Das Label Friendly Work Space® von Gesundheitsförderung Schweiz wird seit 2009 verliehen und ist einzigartig in der Schweiz. Um die Auszeichnung zu erlangen, müssen Unternehmen betriebliche Gesundheitsförderung in ihre Managementprozesse integrieren und durch die nachhaltige Umsetzung geeigneter Massnahmen gesundheitsfördernde Strukturen und Rahmenbedingungen für ihre Mitarbeitenden schaffen. Bis heute haben 29 Schweizer Unternehmen die Auszeichnung erhalten und mehr als 100'000 Arbeitnehmende profitieren von diesem besonderen Engagement.

S-Tool

Der Online-Fragebogen wurde von Gesundheitsförderung Schweiz gemeinsam mit dem Schweizerischen Versicherungsverband, der Uni Bern und dem Institut für Arbeitsmedizin entwickelt und steht interessierten Betrieben kostenfrei im Internet zu Verfügung.

Das Tool ist einfach zu bedienen und kostet den Teilnehmer ungefähr 45 Minuten Zeit. Der Fragebogen basiert auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und gibt einen detaillierten Einblick in die Stressverteilung im Betrieb, zeigt die Position des Unternehmens im Vergleich zum Benchmark auf und identifiziert Stress-Hot-Spots.

Durch eine wiederholte Befragung mit S-Tool erhalten die Betriebe zudem aussagekräftige Längsschnittdaten und können die Entwicklung ihrer Stresssituation über einen längeren Zeitraum dokumentieren.

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