Kopf der Stunde: Eva Pauline Bossow

Kreativität und Erfolg gehen auf ein Blind-Date

Eva Pauline Bossow ist und war schon vieles. Etwa Strategieberaterin, Skills-Expertin und Blind-Date-Organisatorin. Eine Tausendsassa blickt vom Rand der Zeit in die Zukunft.

Kreativen schreibt man gerne ein Assortiment an Eigenschaften zu, von Verpeiltheit, Chaos bis zu überbordender, aber kaum umsetzbarer Ideenvielfalt. In Technikern und Technikerinnen und Wirtschaftsleuten hingegen erkennt man wiederum schnell Kälte, KPI-Obsession und ein Unverständnis für tiefere Ideen. Eva Pauline Bossow räumt mit beiden Klischees auf und zeigt, dass da mehr existiert, als das Defizit des jeweils Anderen.

Bossow ist (nicht nur!) selbstständige Strategieberaterin und Organisationsentwicklerin und setzt sich intensiv mit der Zukunft der Arbeit auseinander. Das tun zwar viele, aber wenige haben einen Lebenslauf mit so unterschiedlichen Stationen wie Bossow. So war sie bisher für das Berner Symphonieorchester tätig, das Zentrum Paul Klee, aber auch das IT-Unternehmen Adesso, das Centre for Creative Economies der Zürcher Hochschule der Künste, den Creative Hub Switzerland und ist CAS-Dozentin an der ZHAW. Sie absolvierte nach dem Studium aber auch intensive Goldschmiede-Weiterbildungskurse und entwickelte später für das Berner Symphonieorchester zum Beispiel mit Erfolg ein Blind-Dating-Format als Teil eines regulären Konzerts, als sie bei der Recherche zu einer Publikumsbefragung realisierte, dass besonders viele Klassik-Fans single sind. Diese Idee setzte sie schliesslich gar zu einem Start-up um. Nicht zuletzt bringt sie nicht nur einen, sondern gar zwei Masterabschlüsse mit. 

Sie sehen, auf diesem CV ist nicht einfach nur viel los – tatsächlich bringt Bossow unternehmerisches Gespür und Kreativität auf eine Weise zusammen, die alles andere als alltäglich ist. Konkret für HR-Profis interessant: Bei der Plattform «x28», die Daten zum Schweizer Arbeitsmarkt zusammenfasst und analysiert, waltet sie heute als Skills-Beraterin. Kürzlich nahm sie an einem Livechat von SRF teil. Dort sagte sie, «dass Analytical Thinking, KI- und Datenkompetenzen sowie Prozess-Skills zu den am stärksten nachgefragten Fähigkeiten gehören» – aber auch, dass sich bis 2030 fast 40 Prozent der nachgefragten Skills verändern werden. Man solle darum «starten und ausprobieren». Sie wird es wissen. Denn: Gäbe es eine Person, die es irgendwie schafft, tatsächlich auf zwei Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen, dann wäre es bestimmt Eva Pauline Bossow. (rs)

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