Autodesk zügelt Standort von Neuenburg nach Dublin

Das US-Softwareunternehmen Autodesk schliesst den Standort Neuenburg. Ein Konsultationsverfahren ist eingeleitet, wie das Unternehmen am Mittwoch Medienberichte bestätigte. Betroffen sind voraussichtlich mehr als 232 Angestellte.

Bern (sda).  Die Schliessung ist dabei gemäss Autodesk eine Folge einer Umstrukturierung. Statt alle globalen Geschäftsfunktionen in Europa zu konzentrieren, werde Autodesk diese Funktionen künftig auf mehrere Standorte verteilen, sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Die neue Strategie beinhaltet die Eröffnung eines neuen Standorts in Dublin. Autodesk wird künftig aus Irland die zentralen Dienste für die Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) anbieten.

 

Das Softwareunternehmen, das aus Kalifornien stammt, betreibt seit 1991 in Neuenburg das europäische Service Center. Die Ansiedlung des Unternehmens war ein Erfolg des Standortmarketings des Kantons.

Schlag für Neuenburg

Der Entscheid komme total unerwartet und sei für die Angestellten und den Kanton äusserst bedauerlich, sagte der für Wirtschaft zuständige Neuenburger Regierungsrat Jean-Nathanaël Karakash auf Anfrage der sda. Das Unternehmen habe den Kanton in den letzten Tagen zwar darüber informiert, dass es einen Restrukturierungsplan gebe, von einer Schliessung des Standortes in Neuenburg sei aber nie die Rede gewesen. Das Unternehmen habe offenbar aber Überlegungen angestellt, wie die Mittel besser mit den strategischen Prioritäten, namentlich der Digitalisierung, ins Gleichgewicht gebracht werden könnten. Laut Karakash erwähnte das Unternehmen eine Reduktion von weltweit 1150 Stellen bei insgesamt 8900 Angestellten.

Karakash sagte, dass er und die Kantonsregierung die starke Erwartung hätten, dass das angekündigte Konsultationsverfahren nicht nur eine «Alibi-Übung» sei. Es müssten alle Alternativen zu

einer Schliessung des Unternehmens geprüft werden oder im schlimmsten Fall ein gehaltvoller Sozialplan auf die Beine gestellt werden.

Auch die Gewerkschaften gaben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass bis zum Ende des Konsultationsverfahrens am 13. Dezember Alternativen gefunden und Entlassungen vermieden werden könnten. «Wir werden mit dem Unternehmen Kontakt aufnehmen und auf die Angestellten zugehen», sagte Catherine Laubscher, Regionalsekretärin der Unia Neuenburg. Die Ankündigung der Schliessung des Unternehmens sei ein sehr grosser Schlag für den Kanton Neuenburg. Beim Unternehmen selber hiess es, auch wenn die Absicht, den Standort in Neuenburg zu schliessen sinnvoll sei, sei es nie einfach, solche Massnahmen zu treffen. Man werde mit den Angestellten in aller Würde und Respekt über einen Sozialplan und flankierende Massnahmen verhandeln.