Kader verfügen über genderneutrale Fähigkeiten

Als Voraussetzungen für eine Anstellung und Beförderung in Schweizer Unternehmen gelten Leistung und Verhalten, nicht aber das Geschlecht der Bewerber. Nach offizieller Lesart gibt es daher keine genderspezifischen Unterschiede.

Bern (sda). In den Teppichetagen von Unternehmen und Verbänden sitzen zumeist sehr selbstbewusste und durchsetzungsstarke Männer und Frauen mit einem Machtanspruch. Auch eher weibliche Eigenschaften, wie Empathie und Teamfähigkeit, sind heute gefragt.

Kader verfügen grundsätzlich über fachliches Knowhow, soziale und Kommunikationskompetenzen, Empathie und Selbstreflexion. Sie zeichnen zudem die Fähigkeiten zu führen, Feedback anzunehmen und zu geben, sich persönlich und fachlich weiterzuentwickeln aus, heisst es beispielsweise beim Telekomkonzern Swisscom.

Mit kleinen Nuancen ganz ähnlich tönt es bei anderen Firmen und Verbänden. Sprachkenntnisse und Mobilität hält etwa der Arbeitgeberverband der Schweizer Banken zusätzlich für karrierefördernd.

Wichtig ist in der Regel zudem, dass das Wertesystem geteilt wird und eine Affinität zur Branche besteht. Von Leidenschaft, Mut und Integrität ist bei Roche die Rede. Coop nennt zudem Kundenorientierung und viel Elan als Karrierevoraussetzungen.

Für einen Karriereschritt in eine Führungsposition brauche es auch «etwas Mut und eine gewisse Risikofreudigkeit», stellt man bei der Post fest. In der Schweizer Holzwirtschaft erforderlich sind zudem nach Verbandsangaben Ideenreichtum und Gestaltungswille.

Der Baumeisterverband betont den Durchhaltewillen und die notwendige Ausdauer. Von Vorteil ist im Baugewerbe und in der Textilindustrie ein familiärer Hintergrund. Der Branchenverband Swisstextiles und der Baumeisterverband verweisen darauf, dass viele KMU in Familienbesitz sind und die Nachfolge oft im Kreise der Familie geregelt wird.

Der Stellenvermittler Adecco schätzt bei Kaderangestellten neben Sozialkompetenzen und Engagement auch deren Flexibilität. Für wichtig erachtet werden zudem kontinuierliches Lernen, proaktiver Einbezug von Mitarbeitenden in Entscheidungen und die Vorbildfunktion von Chefs.