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5 Tipps für mehr Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz

Es ist nicht einfach, Familie und Beruf unter den sprichwörtlichen Hut zu bekommen. Mütter sind deshalb gut beraten, ihren Arbeitgeber unter anderem auch mit Blick auf dessen Familien- und Kinderfreundlichkeit auszuwählen. Wie Unternehmen ihre Attraktivität diesbezüglich steigern können.

Fakt ist, dass heute viele junge Menschen weder auf Karriere noch auf Kinder bzw. eine eigene Familie verzichten möchten. Das müssen sie auch nicht, denn es gibt vielversprechende Wege und Möglichkeiten, beides auf harmonische Weise miteinander zu verknüpfen. Mit den folgenden 5 Tipps können Unternehmen bzw. Arbeitgeber in Sachen Familienfreundlichkeit aufrüsten und punkten.

1) Solide Vertrauensbasis

Ein gutes Betriebsklima in modernen Unternehmen ist eine der wesentlichen Grundlagen für mehr Erfolg und Zukunftsorientierung. Dafür ist eine gute Vertrauensbasis zwischen Mitarbeitenden und Vorgesetzten bzw. der Geschäftsleitung nötig. So ist das tägliche Miteinander im Idealfall ein Geben und Nehmen. Hilfreich kann dabei sein, den Mitarbeitenden mehr Selbstverantwortung einzuräumen, wenn es beispielsweise um die Konzeptionierung der Arbeitszeiten für Mütter und Väter geht. Inwiefern ist es zum Beispiel möglich, eine 4-Tage-Woche einzuführen? Oder Homeoffice-Tage? Oder flexible Arbeitszeiten innerhalb eines bestimmten Zeitraumes? Sicherlich erfordern entsprechende Dialoge Zeit und Mühe. Aber der Aufwand lohnt sich: Die betreffenden Mitarbeitenden werden insgesamt motivierter und engagierter sein, gleichzeitig spricht sich diese Familien- bzw. Arbeitnehmerfreundlichkeit herum, was wiederum bei der Rekrutierung neuer Arbeitskräfte hilft.

2) Anpassung der Bedürfnisse

Kinder wachsen und gedeihen. Auch die Gegebenheiten innerhalb der Familien ändern sich dementsprechend. Es gibt im familiären Alltag immer wieder Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Um dennoch die volle Leistungsbereitschaft der Arbeitnehmenden erwarten zu können, lohnt sich der Blick hinter die Kulissen. Damit ist die regelmässige Absprache mit den jeweiligen Mitarbeitenden gemeint. Es empfiehlt sich, immer ein offenes Ohr zu haben und bedarfsgerecht zu reagieren, wenn sich die Möglichkeiten dazu ergeben. Erscheint beispielsweise eine Mutter aus familiären Gründen später oder gegebenenfalls gar nicht im Büro, sollte bereits vorher klar sein, wie auf diesen personellen Engpass zu reagieren ist. «Gemeinsam mehr erreichen», lautet hierbei die Devise.

3) Im Vorfeld planen – rechtzeitig agieren

Wenn im Unternehmen alle an einem Strang ziehen, ist das eine wertvolle Grundlage. Wird eine familienfreundliche Philosophie gelebt, darf und sollte dies auch nach aussen hin kommuniziert werden – das beginnt bereits bei der Einstellung neuer Mitarbeitender: Sie sollten bestenfalls dazu bereit sein, die eigenen Arbeitszeiten flexibel konzeptionieren zu wollen, um im Fall der Fälle für einen Mitarbeitenden «einzuspringen» oder bestimmte Tätigkeiten zu übernehmen. So viel Flexibilität macht es dem Team insgesamt leichter, bei etwaigen Problemen oder Fragen auf die Geschäftsleitung zuzugehen und die Dinge offen anzusprechen. In Unternehmen mit starrem Gefüge ist so etwas hingegen oft nur schwer möglich.

4) Unterstützung von allen Seiten

Die Erfahrung macht deutlich, dass gemeinsam vieles leichter geht. Wenn die Mitarbeitenden die Unternehmensphilosophie leben und sich engagiert einbringen, ist das Gold wert. Im Unternehmensalltag ist es jedoch möglich, dass auch aussergewöhnliche Dinge passieren: Unerwartete Auftragsspitzen erfordern maximales Engagement aller Mitarbeitenden. Wer hier im Vorfeld wohldurchdacht geplant hat, wird in der Lage sein, entsprechend reagieren und die Aufträge adäquat erfüllen zu können. Dies ist sogar dann der Fall, wenn die Arbeitszeiten der Mitarbeitenden flexibel gestaltet sind. Auch Kooperationen oder Vereinbarungen mit anderen Unternehmen helfen, Kapazitätsengpässe abzufangen. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, dass Mitarbeitende in Elternzeit oder Alleinerziehende, die aufgrund inflexibler Kita-Öffnungszeiten zu Hause bleiben müssen, einen freien Kopf behalten können. Wenn es gelingt, auf der Basis unternehmensübergreifender Absprachen Personal auszutauschen, profitieren sowohl Unternehmer als auch Arbeitnehmer.

5) Job-Sharing und Co.

Es herrscht die landläufige Meinung, dass arbeitnehmerfreundliche Unternehmen mitunter finanzielle Einbussen haben. Das ist mit entsprechender Vorausplanung sowie individuellen Absprachen etc. keineswegs der Fall. Job-Sharing ist auch in der Schweiz auf dem Vormarsch. So teilen sich zwei oder mehrere Mitarbeitende einen Arbeitsplatz und sprechen sich individuell ab. Voraussetzung dafür ist ein zuvor vereinbartes Arbeitszeitgrundgerüst. Die Kosten für eine solche Massnahme decken sich meist mit denen, die bei klassischen Job-Modellen anfallen. Die Vorteile einer derartigen Vorgehensweise liegen aber auf der Hand: Die betreffenden Mitarbeitenden fühlen sich freier und können insgesamt flexibler agieren. Das wiederum wirkt sich positiv auf die Motivation und die Leistungsbereitschaft aus. Nicht zuletzt entstehen im Zuge dessen immer wieder auch neue Ideen, da die Sichtweisen, die Skills oder auch die Erfahrungswerte der Mitarbeitenden unterschiedlich sind.

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Patricia Aschwanden

Die dreifache Mutter Patricia Aschwanden ist dipl. Persönlichkeitscoachin, Hypnotiseurin und Mentaltrainerin. Ihre Expertise gibt sie an berufstätige Mütter weiter, um sie dabei zu unterstützen, das Mama sein und die Karriere bestmöglich miteinander zu verbinden.

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Kommentare

Liebe Frau Aschwanden

Danke für diese gute Liste. Eine kleine, aber wichtige Anmerkung: Die ganze Sache betrifft Väter genauso wie Mütter. Meistens haben es die Männer sogar deutlich schwerer. Ich spreche da leider aus Erfahrung. Mein Mann und ich arbeiten beide im 80%-Pensum und haben über ein halbes Jahr gesucht, bis wir einen familienfreundlichen Arbeitgeber für ihn gefunden haben.

Mamas brauchen Flexibilität für die Familie, Papas für den Job – diese Denke ist in vielen Chefetagen und leider ganz besonders in HR-Abteilungen noch viel zu sehr verbreitet!
Ich wünsche mir, dass nicht mehr komisch geguckt wird, wenn ein Mann Familienpflichten übernimmt. Zum Beispiel die Kita-Eingewöhnung macht oder zuhause bleibt, wenn die Kinder krank sind.

Liebe Unternehmen, kommt auch den Männern mehr entgegen und zeigt, dass ihr es ernst meint mit «familienfreundlich». Ihr profitiert davon – denn ihr gewinnt so zigfach loyalere, engagiertere und zufriedenere Mitarbeitende. Solche, denen der Partner/die Partnerin jederzeit gerne den Rücken frei hält für Überstunden und Extrarunden für die Firma. Weil sie wissen, dass Entgegenkommen da ist, wenn es wieder einmal in der Familie um die Wurst geht.

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