Die Hoffnung muss zuerst sterben!
Haben Sie sich je gefragt, ob wir nicht bereits in der Hölle sind? Wenn ja, dann scheint Hoffnung überbewertet. Aber: Es gibt eine Alternative.

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Online-Redaktor Robin Adrien Schwarz geht darin Dingen auf den Grund, die er an der Arbeitswelt – oder auch der der Welt im Allgemeinen – etwas merkwürdig und bedenkenswert findet. Oder schön. Oder wundersam.
Und glauben Sie uns: Irgendwie hat alles mit der Arbeitswelt und HR zu tun. Ob Blumen, mittelalterliche Literatur, Bahnhofsmusiker oder Horrorfilme. Gut, die meisten von uns arbeiten jeden Tag. Kein Wunder also, hat alles mit der Arbeitswelt zu tun.
Stimme, Text und Musik: Robin Adrien Schwarz.
«Lasciate ogne speranza, voi ch'intrate! – Ihr, die ihr eintretet, lasst alle Hoffnung fahren!», prangt in Dantes «Göttlicher Komödie» über dem Höllentor.
Ich rate Ihnen dasselbe! Passend zum World Mental Health Day vom kommenden Samstag (mittlerweile letzter Samstag, 10. Oktober, Anm. d. Red.)und zum generellen Stand der Dinge™.
Beim Blick in die Welt frage ich mich manchmal, ob wir nicht bereits in der Hölle sind und ob es Teil des Höllendarbens ist, ausgerechnet das nicht zu bemerken.
Die Lage ist ernster als wir meinen. Und es sah ja schon vor diesem Assessment halbwegs düster aus. «Die Hoffnung stirbt zuletzt»? Ein Satz wie ein Stossgebet, dass es wenigstens die Hoffnung auf die Hoffnung 𝘴𝘦𝘭𝘣𝘴𝘵, bitte, bitte, noch geben möge.
Nur: Wenn sie zuletzt stirbt, ist alles andere bereits tot. Nicht gerade ein glühendes Endorsement der Hoffnung. Was, wenn es sie gerade darum gar nicht braucht?
Glauben Sie mir, ich weiss (wirklich!), diese Welt ist – bei all dem Wunderschönen! – oft hart. Ja! Es kostet Kraft, nicht dem Wahnsinn anheimzufallen.
Ach, wie gerne würden wir vor der Finsternis flüchten können! Einfach nach Hause. Netflix, Pizza. Online etwas Belangloses kaufen, die Momentleere füllen. Scrollen, dieses unbestimmte Etwas loswerden. Die Welt ignorieren. Nun zündet all das aber kein Licht an. Und wenn Sie Ihre Augen vor der Dunkelheit verschliessen, na, dann ist es auch dunkel.
Bitte, hören Sie ihr zu. Sie hat Ihnen etwas zu sagen.
Etwa, wenn Sie (egal, ob es um Sie persönlich oder Ihr Unternehmen geht), im Tunnel stecken – und das Licht am Ende doch nur der kommende Zug ist. Anzuerkennen, wie tief drin man steckt, ist unerfreulich.
Aber darin liegt das verborgen, was drängender ist als die Hoffnung.
Das, was die Hoffnung selbst gerne wäre.
Das, worauf die Hoffnung neidisch ist: Mut.
Mut im Angesicht der Hoffnungslosigkeit.
Mut zum Handeln, statt verzweifelt zu warten.
Wie Jacques Lacan einmal fragte: Wenn Sie nicht wüssten, dass Sie dereinst sterben, könnten Sie Ihr jetziges Leben ertragen? Wenn die Lage sowieso aussichtslos ist, können Sie nicht verlieren. Nur Mut.
Mehr als Mut wünscht Ihnen
Robin Adrien Schwarz