Sozialversicherungen

Handlungsbedarf bei der AHV

Das Vermögen der AHV wird ab dem Jahr 2020 zu schmelzen beginnen und danach immer schneller schwinden. 
Ungefähr Mitte des nächsten Jahrzehnts wird die Liquidität des Ausgleichsfonds voraussichtlich 
unter 50 Prozent einer Jahresausgabe fallen. Dies zeigen die aktualisierten Finanzperspektiven für die AHV.

Mit den Finanzperspektiven wird die finan-zielle Entwicklung der AHV bis ins Jahr 2030 abgeschätzt. Die Perspektiven berücksichtigen die jüngsten Erfahrungen mit der Einwanderung ausländischer Arbeitskräfte und mit dem Strukturwandel der Schweizer Wirtschaft. Diese zwei Faktoren verhelfen der AHV zu höheren Einnahmen und wurden in frü-heren Perspektivrechnungen jeweils unterschätzt.

Ausgehend von der aktuellen Betriebsrechnung der AHV zeigen die Finanzperspektiven die folgende Entwicklung:

  • 
Die Versicherungstätigkeit der AHV, das sogenannte Umlageergebnis, wird in ein paar Jahren defizitär.
  • Etwa ab 2020 wird das Defizit eine Grössenordnung erreichen, die nicht mehr durch den erwartbaren Ertrag des AHV-Vermögens aufgefangen werden kann (2011 betrug der Kapitalertrag 667 Millionen Franken).
  • 
Etwa Mitte des nächsten Jahrzehnts wird die Finanzierungslücke voraussichtlich rund 4,8 Milliarden Franken pro Jahr betragen. Das entspricht einem Ertragspotenzial von 1,2 Lohnprozent respektive von 1,4 Mehrwertsteuerprozent.
  • 
Bis 2030 wird die Finanzierungslücke aus heutiger Sicht rund 8,9 Milliarden Franken pro Jahr betragen. Das entspricht dem Ertragspotenzial von 2 Lohnprozent oder 
2,5 Mehrwertsteuerprozent.
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Wollte man diese Finanzierungslücke ohne höhere Einnahmen vermeiden, müsste das heutige Rentenalter um drei Jahre herauf-gesetzt werden.
Kommentieren 0 Kommentare HR Cosmos

Urs Keller ist Leiter Öffentlichkeitsarbeit beim Bundesamt für Sozialversicherungen.

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Stephanie Koch Häberli, Bundesamt für Sozialversicherungen.

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