Adventsumfrage

HR-Adventskalender: Matthias Mölleney, peopleXpert

Was hat sich dieses Jahr im HR getan, und was sind die Trends fürs nächste Jahr? Unsere HR Today-Bloghub-Crew sowie Personalverantwortliche blicken zurück und voraus. 11. Dezember: Matthias Mölleney, Inhaber, peopleXpert GmbH.

Herr Mölleney, was hat sich 2015 im HR getan?

Matthias Mölleney: Was ich 2015 bemerkenswert fand, war der Trend, dass es immer weniger Trends gibt. Während wir im HRM früher oft alle parallel an den gleichen Themen gearbeitet haben, weil sich die Industrie gleichförmig entwickelt hat, erleben wir jetzt seit der Finanz- und der Eurokrise, dass die HR-Herausforderungen immer unterschiedlicher werden. Einige kämpfen vor allem mit dem Fachkräftemangel und denken über neue Rekrutierungsansätze nach, während andere zur gleichen Zeit tief in Restrukturierungsdiskussionen stecken und Personal abbauen müssen. In unserem Forschungsprojekt Leadership 3.0 an der HWZ haben wir diese Unterschiede in den Diskussionen mit Vertreterinnen und Vertretern aus den wichtigsten Schweizer Branchen deutlich spüren können, gleichzeitig aber auch festgestellt, dass es Themen wie die Digitalisierung gibt, die alle betreffen und die alle vor neue Fragen stellen.

Was war Ihr HR-Highlight in diesem Jahr?

Mein HR-Highlight war die Durchführung «meines» Studiengangs CAS Innovatives Personalmanagement an der HWZ. Wir hatten eine Gruppe toller Studierender, die sich mit sehr viel Begeisterung und grosser Offenheit damit beschäftigt haben, welche neuen Wege das Personalmanagement gehen sollte, um mehr Einfluss zu bekommen und damit eine massgebende Rolle bei der Gestaltung der Zukunft ihrer Unternehmen spielen zu können. Wenn ich die Ideen und die Energie dieser Nachwuchsleute, aber auch in der young@ZGP-Community sehe, dann freue ich mich auf das, was wir im HR-Management in Zukunft werden bewegen können.

Was sind die Trends im 2016?

Die Zukunft wird den Netzwerken gehören und das wird sich auch auf das HR-Management auswirken. Eine wirkungsvolle Personalarbeit in netzwerkartig strukturierten Unternehmen kann nur gelingen, wenn sich auch das Personalmanagement von hierarchischen Ansätzen und funktionalen Zuständigkeitsgrenzen verabschiedet. Ein Student hat es einmal in einer Umfrage des Future Work Forums so formuliert: «Wozu sollte ich einen Vorgesetzten fragen, wenn ich auch jemanden fragen kann, der die Antwort weiss?» Was netzwerkartige Strukturen für das HR-Management bedeuten und wie wir sie gestalten können, das wird sicher ein wichtiges und interessantes Thema für 2016.

Was wünschen Sie sich für das nächste Jahr?

Ich wünsche mir, dass endlich einmal jemand mit einem starken HR-Background in den Verwaltungsrat einer grosser Schweizer Unternehmung berufen wird. Wenn man sich die aktuelle Zusammensetzung der Schweizer Verwaltungsräte anschaut, gibt es noch einen grossen Nachholbedarf. Man findet dort ehemalige CEOs, Juristen, Finanz- und Marketingspezialisten oder Politiker, aber einen HR-Profi sucht man dort bisher vergebens. Ich denke, es würde uns allen im HR helfen, wenn an einem konkreten Beispiel sichtbar würde, was eine solche Berufung bewirken kann.

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