Live-Blogging an der Recruiting Convention 2012

Mit Speck fängt man Mäuse – und mit guten Blogs Personal

Bloggen kann jeder – heissts. Richtig bloggen will aber gekonnt sein. Besonders, wenn der Blog als Vehikel zur zeitgemässen Personalrekrutierung dienen soll. Einer, der dieses Unterfangen beherrscht, ist der Personalchef der Verkehrsbetriebe Zürich. An der Recruiting Convention in Zürich hat Blogger Jörg Buckmann dies live zum Besten gegeben. Das internationale Fachpublikum genoss die Show.

Jörg Buckmann, HR-Leiter der VBZ, ist nicht bloss ein erfahrener und unterhaltsamer Blogger. Dass er durchaus auch zum geistreichen Redner taugt, bewies er am Dienstag an der ausverkauften Recruiting Convention im Zürcher Lake Side.

Blogger sind schlechte Liebhaber

Die ihm vom Veranstalter Prospective zugedachte Aufgabe, die 110 Convention-Teilnehmer aus der berüchtigten After-Lunch-Lethargie zu holen, erfüllte der Wahlaargauer äusserst raffiniert. Bezugnehmend auf sein nicht ganz business-likes Outfit meinte er, «man darf kleinkarierte Sakkos tragen, aber nicht kleinkariert sein». Er löste zudem angebliche Rätsel der Menschheit und erklärte dem erheiterten Publikum, weshalb Blogger selten gute Liebhaber sind. «Bloggen braucht Zeit, gut bloggen braucht viel Zeit». Und wer kaum Zeit hat, sollte keine oder dann eine pflegeleichte Beziehung führen.

Die Mittagsmüdigkeit im Saal des Zürcher Lake Side kam ob den Buckmannschen-Weisheiten gar nicht erst auf. Die Aufmerksamkeit sicher, kam der Personaler zum eigentlichen Thema – seinem Blog: «Bloggen ist ein Personalentwicklungsinstrument!» Richtig angewandt, funktioniere ein Blog wie gutes Marketing und gefalle der Zielgruppe.

Für einmal wandte sich Buckmann aber nicht an die «üblichen Verdächtigen», also an potentielle Tram- und Buschauffeure für Zürichs blauweisse ÖV-Flotte, sondern an seinesgleichen, also an die anwesenden HR-Professionals.

Ohrfeige für Verleger vom «Freizeitjournalisten»

Statt Theorien übers Bloggen zum Besten zu geben, tat Buckmann, was Blogger in seinen Augen besonders gut können müssen – unabhängig vom Thema und der Zielgruppe: Spontan, kurz, prägnant und vor allem pointiert texten und so ihr Publikum fesseln.

Buckmann hatte zu diesem Zweck an der Recruiting Convention einen Blogeintrag verfasst. «Man ist als Blogger auch so etwas wie ein Freitzeitjournalist.»  Seinen zum Teil vorbereiteten Text hatte er – nicht anders als «richtige» Reporter, mit Statements und  Bildern einzelner Teilnehmer gewürzt.

Er nutzte ausserdem die Arbeit und das Wissen anderer Blogger, die ebenfalls als Gäste an der Convention waren. So verlinkte er seinen Blogtext mit jenem des Veranstalters Prospective und einem weiteren Referenten des Anlasses, nämlich Dominik Hahn von der deutschen Allianz. «Es gehört beim Bloggen dazu, dass man sein Wissen teilt, sich vernetzt und sich nicht isoliert und so einen Dialog statt bloss einen langweiligen Monolog führt.» Was Verleger freilich nicht so gerne hören: Bloggen sei das Gegenteil von Print: «Unterhaltsam statt langweilig, schnell statt behäbig.»

Neugieriges Publikum

In seiner tagesaktuellen Arbeit nahm Buckmann weder sich noch die HR-Fachwelt und deren Medien, noch die Convention-Teilnehmer über die Massen ernst -  und das kam an. Wer sich noch fragte, wie bloggen geht, sah schliesslich live, wie Buckmann sein zielgruppenoptimiertes Werk mit einem Klick auf seine in der HR-Szene wohlbekannte Site buckmanngewinnt.ch stellte. Schon während des Schlussapplauses schien sodann auf zahlreichen Tablets und Smartphones Buckmanns Blog auf – denn jeder wollte sofort sehen, was der spitzzüngige HR-Blogger über wen textete.

Ein ausführliche Event-Berichterstattung zur Recruiting Convention 2012 in Zürich, lesen Sie hier.

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