Trend Report Online-Recruiting Schweiz 2015

Print-Inserate bei Stellensuchenden beliebt

Was sind die aktuellen Trends im Recruiting? Dieser Frage geht der mittlerweile siebte Trend Report Online-Recruiting Schweiz 2015 von Prospective nach. Die Ergebnisse sind zum Teil durchaus überraschend.

Die grösste Herausforderung für Recruiter bleibt der «War for Talents». Umso wichtiger sind daher gezielte Rekrutierungsstrategien. Und das Wissen, wo die Arbeitnehmenden nach Inseraten suchen. Meistgenutztes Tool in der Deutschschweiz sind allgemeine Online-Stellenbörsen (74%), wie der Trend Report der Prospective Media Services AG zeigt. Doch mit 71 Prozent bereits an zweiter Stelle folgen überraschenderweise Print-Inserate. Auf fachspezifischen Online-Stellenbörsen schauen sich 55 Prozent der Stellensuchenden um, 51 Prozent auf der Firmen-Webseite (vgl. Grafik).

Bei den Arbeitgebern haben Online-Stellenbörsen und die eigene Firmenwebsite (je 91%) die Nase vorn. Was allerdings auch bedeutet, dass bei 9 Prozent der befragten Unternehmen das Inserat auf der eigenen Website nicht auffindbar ist. Häufig genutzt werden auch fachspezifische Online-Stellenbörsen (72%). Bei Arbeitgebern sind zudem Social-Media-Kanäle (53%) wichtiger als Print-Inserate (49%).

Social Media

Bezüglich Social Media nutzen Arbeitnehmer in der Deutschschweiz in erster Linie Facebook (61%) für die Suche nach Jobs, gefolgt von Xing und Linkedin (59 bzw. 51%). Auf Arbeitgeber-Seite werden Stellen in der Deutschschweiz vor allem auf Xing (44%) ausgeschrieben, in der Westschweiz auf Linkedin (70%). Sechs von zehn Arbeitgebern checken zumindest gelegentlich die Social-Network-Profile der Bewerber. Mehr und mehr Firmen pflegen zudem professionelle Präsenzen auf Xing (33%), Linkedin und Facebook (je 27%).

Jeder vierte Arbeitnehmer nutzt das Smartphone zur Stellensuche. Zudem hat jeder fünfte Smartphone-User eine Job-App heruntergeladen. Immer mehr suchen zudem auf Google nach Jobs, nämlich 42 Prozent. Somit haben all diejenigen Firmen ein Problem, deren Website nicht mobil-optimiert ist. Nur 29 Prozent der befragten Arbeitgeber glauben, dass ihre Stellenanzeige für die mobile Nutzung optimiert ist.

Der Google-Trend bedeutet für Unternehmen, dass sie umdenken müssen: Ein Bewerber gibt nämlich das Stichwort «Praktikum» ein, viele Firmen suchen aber einen «Praktikanten». «Unternehmen müssen sich überlegen, nach welchen Suchbegriffen Job-Kandidaten suchen, und ihr Inserat dementsprechend gestalten», rät Matthias Mäder, Geschäftsführer von Prospective.

Active Sourcing

Wie der Trend Report zeigt, gewinnt Active Sourcing weiter an Bedeutung. Bereits 62 Prozent aller befragten Firmen setzen dieses Instrument ein. Immer mehr Unternehmen erkennen auch die Bedeutung der eigenen Mitarbeiter in Bezug auf die Rekrutierung: 91 Prozent beziehen ihre Mitarbeiter und deren Netzwerk aktiv in die Rekrutierung ein. 73 Prozent der Arbeitnehmer haben schon einmal ein Inserat einem Freund oder Bekannten empfohlen.

Den Erfolg ihrer Rekrutierungsstrategien messen nur 22 Prozent der befragten Unternehmen. Beliebte Kennzahlen sind «Time to hire», «cost per hire», «Anzahl eingehender Bewerbungen» oder «Quelle der Bewerbungen». Für Matthias Mäder ist die Messung der KPI zentral, sagen sie doch viel über den Erfolg der getroffenen Massnahmen aus.

Bewerbung

Die beliebteste Bewerbungsform ist bei Arbeitnehmern und -gebern die E-Mail (67 bzw. 69%). Immer noch sechs von zehn Jobkandidaten bewerben sich auf Papier, das wird aber nur von drei von zehn Arbeitgebern geschätzt. Auch bei Mobile-Anzeigen ist die beliebteste Bewerbungsform die E-Mail.

Eine Mehrheit von Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist der Meinung, dass eine qualifizierte Rückmeldung auf eine Bewerbung nicht mehr als zehn Tage dauern sollte. Lange Wartezeiten auf eine Antwort sind für Kandidaten mit Abstand das Schlimmste am Bewerbungsprozess. Keine Rückmeldung zu erhalten gilt unter Bewerbern ebenfalls als No-Go.

Wie der Trend Report weiter zeigt, würden sich 30 Prozent der Arbeitnehmer gerne mit einem Link auf ihr Social-Network-Profil bewerben, wenn die Möglichkeit bestünde.

Ausblick

Prospective zeigt sich überzeugt, dass es neben der Direktansprache noch effektivere und kreativere Ansätze gibt, die raren Talente zu finden und zu gewinnen – etwa, indem latent Stellensuchende mit Display Ads an überraschenden Orten angesprochen werden. Als Beispiele nennt Matthias Mäder Inserate bei Universitäten oder auf der Frontseite von Online-Tageszeitungen. Wichtig ist auch, Stellenanzeigen für die Suchmaschinen zu optimieren, damit sie auch über die Google-Suche gefunden werden. Ein grosses Thema bleibt Mobile Recruiting, wo die Studienautoren weiterhin riesiges Potenzial orten.

Zur Studie

Die Prospective Media Services AG, Spezialistin für umfassende Recruiting Solutions, hat zum siebten Mal den jährlich erscheinenden Trend Report veröffentlicht. An der Umfrage über aktuelle Trends im Online Recruiting haben knapp 1800 Arbeitnehmende und rund 280 Arbeitgeber aus der Schweiz teilgenommen.

Weitere Infos und Bestellmöglichkeit unter www.trendreport.prospective.ch

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