Sind Sie noch Helden oder schon normale Mitarbeitende?
Eigene Leistung anerkennen – das fällt vielen schwer. Vielleicht hat das etwas damit zu tun, dass die Arbeitswelt von uns etwas ganz Bestimmtes verlangt.

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Online-Redaktor Robin Adrien Schwarz geht darin Dingen auf den Grund, die er an der Arbeitswelt – oder auch der der Welt im Allgemeinen – etwas merkwürdig und bedenkenswert findet. Oder schön. Oder wundersam.
Und glauben Sie uns: Irgendwie hat alles mit der Arbeitswelt und HR zu tun. Ob Blumen, mittelalterliche Literatur, Bahnhofsmusiker oder Horrorfilme. Gut, die meisten von uns arbeiten jeden Tag. Kein Wunder also, hat alles mit der Arbeitswelt zu tun.
Stimme, Text und Musik: Robin Adrien Schwarz.
Am Ende zählt nur das Ergebnis.
Heisst es zumindest oft.
Nur, was ist mit dem Weg? Manche müssen sich mit einem Löffel durch ein Bergmassiv graben. Andere fliegen mit dem Flugzeug schlicht drüber. Aber worin besteht nun hier jeweils genau die Leistung? In der Ankunft? Beide kommen doch an.
Ich beobachte oft ein eigenartiges Phänomen (auch bei mir!), wenn ich Gesprächen über Leistungen zuhöre: Menschen haben Mühe, ihre Leistung anzuerkennen, ob sie nun leicht oder schwer fiel.
Sie kennen den Prahlhans, der auf LinkedIn verkündet, er habe mitten im Orkan den Notstromgenerator angeworfen, um noch rechtzeitig zu liefern, das nötige Opfer für Erfolg in B2B-Sales! Ihre Nase rümpft sich beim Lesen von selbst. Jaja, so ein Held.
Warum aber hört man (fast) nie das Gegenteil? Darum eine Beichte: Diese Editorials schreiben sich eigentlich immer von selbst und das ist sehr beglückend! Jaja, so ein Held.
Eine Antwort auf die Frage: Wer leistet, muss bescheiden sein. Stolz ist fehl am Platz. Der einzige Stolz, den es sich zu leisten geziemt, ist Demut.
Eine präzisere Antwort: Leistung besteht in ihrem Ergebnis und im anschliessenden Schweigen über den dabei gemeisterten Weg. Wem etwas leicht fällt, macht sich dem Verdacht schuldig, nicht hart genug zu arbeiten – oder lädt zu Neid ein. Wir arbeiten bekanntlich hart, nicht weich. Wem die Arbeit hingegen schwer fällt, beweist deshalb, zu weich zu sein.
Jaja, so ein Held, dachten Sie heute beim Lesen/Hören bereits zwei Mal.
Wir verstehen Arbeit gerne als Kampf gegen Widrigkeiten, der eben von Helden ausgefochten wird und nicht von normalen Menschen wie Ihnen und mir.
Ein Held braucht nichts, einem Helden fällt nichts leicht oder schwer. Er klagt nicht. Er prahlt nicht. Sonst wäre er kein Held. Der Held muss lediglich sein Schicksal erfüllen: Held sein.
Held sein kann in unserer Welt schnell eine schmeichelnde Selbstlüge werden, die einander zu erzählen leicht(er) fällt, weil das Thematisieren des Wegs oft heikel ist.
Denn dann würde man darüber reden was es dafür braucht, um nicht Held, sondern normaler Mensch sein zu dürfen. Ich kenne keine Helden, die mit einem Löffel bewaffnet sind. Wer einen Löffel hat, ist in aller Regel ziemlich normal.