20 Jahre HR Today

«Wir waren jung und unerfahren»

Cordelia Kissling war zwischen 1997 und 2005 als Chefredaktorin Teil des Gründungsteams von HR Today, das anfangs noch unter dem Titel «Interview» erschien. Im Interview lässt sie ihre Zeit bei HR Today Revue passieren. 


Frau Kissling, was hat Sie an dem Job bei HR Today gereizt?

Cordelia Kissling: Das Thema HR hat mich interessiert, etwas Neues auf die Beine zu stellen, und es herrschte Aufbruchstimmung in dem damaligen Start-up-Unternehmen Job-Index Thomas Sterchi & Co. KG, später jobindex media ag.

Welche Ausgangslage haben Sie vorgefunden?

HR Today wurde neu lanciert. Es hiess zuerst übrigens «Interview». Die damalige Job-Index Thomas Sterchi & Co. KG war im Technopark zu Hause. Das Kernteam bestand aus fünf Männern; ich kam als erste Redaktorin hinzu.

Serie: 20 Jahre HR Today

HR Today wird 20 Jahre alt. Am 5. Juni 2018 feiern wir unser Jubiläum. Bis dahin blicken wir jede zweite Woche zurück auf den HR-Diskurs der vergangenen 20 Jahre. Dafür haben wir im Archiv gekramt, alte Artikel ausgegraben und uns auf die Suche gemacht nach den damaligen Protagonistinnen und Protagonisten sowie ehemaligen Chefredaktorinnen, um mit ihnen über die Entwicklungen im HR zu sprechen. Zur Übersicht

Welche publizistischen und journalistischen Akzente standen für Sie in Ihrer Ära im Vordergrund, auf die Sie rückblickend besonders stolz bist?

Wir waren damals jung und unerfahren in der Verlagsbranche. Allen Unkenrufen zum Trotz hat das Fachmagazin nicht nur überlebt, sondern sich in der Schweizer HR-Landschaft etabliert.

Welche Story ist Ihnen in unvergesslicher Erinnerung geblieben?

Da gibt es einige, aber da sie etwas aus dem (HR-)Rahmen fällt: Ich erinnere mich gut an das Gespräch mit dem mittlerweile verstorbenen Psychoanalytiker Arno Gruen, der sich auch zu Wirtschaft und Wirtschaftsgrössen geäussert hat. Eine spannende Persönlichkeit, die den Dingen gerne auf den Grund ging und aus einem reichen Erfahrungsschatz berichten konnte.

Auf eine kurze Formel gebracht: Was haben Sie zum Thema «Human Resources» gelernt?

Ich könnte jetzt einiges über HR-Prozesse und die Rolle des HR in Unternehmen erzählen, lasse das aber. Wie in der Wirtschaft und Gesellschaft lassen sich auch im HR verschiedene Trends beobachten. Aber unabhängig davon gibt es meiner Ansicht nach einige wichtige Werte wie Respekt und Wertschätzung, die bestehen bleiben sollten – das zeigen auch Mitarbeiterumfragen immer wieder. Leider gehen diese Werte häufig verloren, gerade wenn ein wirtschaftlich rauerer Wind weht. Den Leuten zuzuhören kann auch nicht schaden. Das ist allerdings wenig spektakulär, vor allem, wenn der Fokus auf dem (Ver-)Senden von Botschaften – über welche Kommunikationskanäle auch immer – liegt.

Welche drei HR-Buzzwords waren in Ihrer Ära dominierend?

Wenn ich mich richtig erinnere, waren es unter anderem Themen wie «HR als Business-Partner», «Change-Management» und «Outsourcing».

Was macht für Sie die DNA von HR Today aus?

Es kommt frisch daher, nutzt die heutigen Möglichkeiten der Medienlandschaft und zeigt neben den aktuellen Fachthemen auch die Personen, welche die HR-Welt prägen. Dahinter steht, denke ich, ein gutes Redaktionskonzept.

An welche Anekdote aus dem Redaktionsleben erinnern Sie sich?

Am Anfang kannten die Leute HR Today ja nicht. Und wenn wir von der Redaktion jemanden anriefen und uns mit «HR Today» gemeldet haben, verstanden einige am anderen Ende der Leitung dann «Harem» Today. Da bestand natürlich etwas Erklärungsbedarf.

Was bleibt, wenn Sie an HR Today zurückdenken?

Es ist schön zu sehen, dass es HR Today immer noch gibt, dass es sich entwickelt hat und mit der Zeit geht. Es war viel Aufbauarbeit, die sich gelohnt hat. Ich fand es toll, etwas aufbauen zu können und es zu gestalten, zu prägen.

Zur Person

Cordelia Kissling war zwischen 1997 und Mitte 2005 die erste Chefredaktorin von HR Today. Danach wechselte sie zu HR Stadt Zürich, wo sie sich zunächst in einem grossen HR-IT-Projekt engagierte, danach als Stabsmitarbeiterin tätig war und heute als Kommunikationsmitarbeiterin wirkt. Kissling studierte an der Universität Zürich Germanistik, englische Literatur und Sozialpsychologie und verfügt über eine Weiterbildung zum systemisch-lösungsorientierten Coach. Derzeit steht sie kurz vor Abschluss einer Master-Ausbildung zur eidg. dipl. Berufs-, Studien- und Laufbahnberaterin.

 

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Chefredaktor HR Today

sb@hrtoday.ch

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