Checkliste

Die Welle als HR-Erfolgskonzept

Wellen transportieren Energie und Information. Betrachten wir HR-Massnahmen als ins Wasser geworfene Steine, lässt sich an der realen (und manchmal auch viralen) Ausbreitung der Kreiswellen erkennen, wie erfolgreich die Vorgehensweise war. Unsere Checkliste zeigt anhand von Beispielen, wie HR das Prinzip der Welle für kontinuierliche Massnahmen nutzen kann.

1. Feedback-Kultur

Die Feedback-Kultur beeinflusst in wesentlichem Mass die Atmosphäre und damit auch die Leistungsbereitschaft im Unternehmen. Pflegt ein Unternehmen Bottom-Up-Feedbacks, sagt das viel über das interne Klima aus. Denn nur Mitarbeiter, die keine Nachteile für ihre Offenheit fürchten müssen, geben ehrliches Feedback nach oben. Die Erfolgswelle des offenen und respektvollen Umgangs miteinander und einer ergebnisorientierten Führungskultur, in der Mitarbeiter sich wertgeschätzt fühlen, wird nicht nur interne Kreise durch höhere Produktivität und Veränderungsbereitschaft sowie niedrige Abwanderungsraten schlagen. Sie wird sich auch daran zeigen, wie Mitarbeiter ihr Unternehmen in der Öffentlichkeit bewerten und ob sie es interessierten Bewerbern aus dem Bekannten- und Freundeskreis empfehlen.

2. Flexibilität

Eine grosse, auch nach aussen wirksame Welle entsteht, wenn Vertrauensarbeitszeit, Home Office und Work-Life-Balance keine leeren Schlagwörter sind, sondern durch konkrete Angebote gelebt werden. Dazu gehört auch, dass berufliche und private Belange in Einklang gebracht werden können. Matrix42 etwa ist 2015 der hessischen Charta zu Pflege und Beruf beigetreten. Mitarbeiter, die nicht nur im Unternehmen, sondern auch als pflegende Angehörige wertvolle Arbeit leisten, können bei einer internen Vertrauensperson alle notwendigen Informationen zu den angebotenen Möglichkeiten einholen und diese auch für die Moderation mit dem Vorgesetzten einsetzen, um eine individuelle Lösung festzulegen.

3. Umgang mit Bewerbern

Unternehmen, die schlechte Bewertungen auf Online-Plattformen wie kununu wertschätzend und sachlich kommentieren, zeigen, dass sie jedes Feedback ernst nehmen. Auch jede Bewerbung sollte ernst genommen und beantwortet werden. Nicht zuletzt ist ein rascher Recruiting-Prozess von Vorteil, will ein Unternehmen sich den Respekt von Bewerbern erarbeiten. Matrix42 erhielt 2015 mehr als 1000 Bewerbungen. 89 neue Mitarbeiter wurden eingestellt. Vier Wochen dauerte es durchschnittlich bis zur Einstellung.

4. Die individuelle Welle

Jeder Mitarbeiter hat andere Erwartungen an sein Unternehmen. Vielen gemeinsam ist, dass sie in einem Umfeld arbeiten wollen, in dem sie sich entwickeln können, in dem nach Möglichkeit Team-, abteilungs- und länderübergreifend zusammen gearbeitet werden kann. Andere legen Wert auf das neueste technische Equipment, wieder andere auf Massnahmen im Gesundheits- und Weiterbildungsbereich. Je heterogener die Mitarbeiter, desto vielfältiger müssen die Angebote des Unternehmens ausfallen. Je individueller auf die Wünsche der Mitarbeiter eingegangen werden kann, desto weiter breiten sich die Erfolgswellen des Unternehmens aus.

Fazit

Unternehmen, die HR-Arbeit als ewige Wellenbewegung sehen, haben einen flexiblen Ansatz für die kontinuierliche Entwicklung und Verbesserung und werden rasch die Vorteile der Rückströmung bemerken. Denn Wellen transportieren Energie und Information nicht nur in eine Richtung.

 

 

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Julia von Groote ist seit 2014 bei Matrix42 verantwortlich für den Bereich Human Resources. Die Juristin verfügt über 13 Jahre Erfahrung im Personalwesen. Sie war unter anderen für Atos und Siemens tätig und kennt die Herausforderungen der strategischen und operativen Personalarbeit.

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