WeAct

Gemeinsam etwas bewirken

Das Schweizerische Start-up WeAct hat ein Mitarbeiterprogramm entwickelt, um Veränderungen in den Unternehmen auf sportlich-spielerische Weise zu verankern. Majka Baur, Co-Founderin im Gespräch darüber, wie das «WeAct»-Programm Unternehmenskulturen nachhaltig verändern kann.

Frau Baur, WeAct ist als Spin-off der ETH seit kurzem auf dem Markt und bieten sportlich-spielerische, skalierbare und massgeschneiderte Mitarbeiterprogramme an. Was steckt konkret dahinter?

Majka Baur: Wir haben uns darauf spezialisiert, Mitarbeitende in Organisationen zu sensibilisieren, zu aktivieren und zu Verhaltensveränderungen zu bewegen. Am Anfang stand die Frage, wie man Menschen für Themen, die als eher unsexy gelten wie «Energie sparen», begeistern kann. Dabei haben wir herausgefunden, dass das am Besten geht, wenn man einen Rahmen schafft, in dem Mitarbeitende mit Spass Neues entdecken und lernen können. Wird das persönliche Umfeld eingebunden, fördert dies das Antrainieren von neuem Verhalten enorm. In der Zeit der Digitalisierung ist es fast selbstverständlich, für solche Mitarbeiterprogramme die Vorteile einer Onlineplattform zu nutzen. Im Rahmen unseres Programms erhalten die Teilnehmer laufend direkte Rückmeldungen und Einblicke in die Aktionen anderer Mitarbeitender. Das schafft Transparenz und gibt den Mitarbeitenden die Möglichkeit, Teil einer Community zu werden, die etwas bewirkt. Dank unserer Apps erreichen wir über Mobilgeräte sehr viele Mitarbeitenden auf einen Schlag. Die Inhalte, die Kommunikation und die Dauer der Wettbewerbe passen wir auf die Kunden an.

Haben Sie ein Beispiel für einen solchen firmeninternen Wettbewerb?

Derzeit setzen wir an der Ecole polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) mit insgesamt 14 000 Mitarbeitenden und Studierenden ein drei Jahre dauerndes Projekt um. Im vergangenen Herbst haben wir in diesem Zusammenhang für die Mitarbeitenden der EPFL einen Teamwettbewerb durchgeführt, an dem sich 118 Teams mit 600 Mitarbeitenden an sechs verschiedenen Standorten beteiligt haben. Innerhalb von drei Wochen haben diese über 60 000 gesundheits- und nachhaltigkeitsbezogene Aktionen durchgeführt. Zum Beispiel Treppenlaufen, ein vegetarisches Mittagessen organisieren oder Lichter löschen.

Welche Unternehmen profitieren besonders von Ihren Dienstleistungen?

Unsere Kunden kommen aus sehr unterschiedlichen Branchen. Vom Bauunternehmen, zum Energiedienstleister bis hin zur traditionellen Bank. Unsere Dienstleistungspalette umfasst standardisierte Mitarbeiterprogramme wie etwa der «We Act for Impact» Wettbewerb, der sich speziell für KMU’s eignet, aber auch massgeschneiderte Lösungen für Grossunternehmen.

Wie stellen Sie sicher, dass die Wirkung Ihrer Programme nicht «verpufft?»

Unsere Programme sind meist Teil eines längeren internen Prozesses, um die Unternehmenskultur zu verändern. Je nachdem, wie unser Programm im Unternehmen eingebettet ist, verstärkt sich auch dessen Wirkung. Wir beraten Unternehmen aber auch dazu, welche zusätzlichen Initiativen Sinn machen, um die Wirkung langfristig zu festigen. Aus eigener Erfahrung wissen wir zudem, dass die jährliche Wiederholung der Teamwettbewerbe für die Mitarbeitenden Höhepunkte schafft und sie «bei der Stange hält.»

WeAct

WeAct bietet sportlich-spielerische, skalierbare und massgeschneiderte Mitarbeiterprogramme, um Veränderungen in Unternehmen nachhaltig zu verankern. Das Spin-off der ETH beschäftigt heute sechs Mitarbeitende im Zürcher Technopark und wird im Rahmen von „We Act for Impact“ von der Avina Stiftung unterstützt. Zu den Kunden von WeAct zählen unter anderem Axa Winterthur, Kuoni, IKEA Schweiz, Swisscom, und die EWZ.

Sie veranstalten dieses Jahr bereits zum zweiten Mal einen schweizweiten Teamwettbewerb. Weshalb?

Mit dem schweizweiten Teamwettbewerb «We Act for Impact» wollen wir Unternehmen eine einfache und kostengünstige Möglichkeit bieten, um die Gesundheit und den Teamgeist ihrer Mitarbeitenden zu fördern und gleichzeitig für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren, wobei wir jeweils Gesundheits- mit Umweltaspekten verbinden. Letztes Jahr stellten wir das Thema «Energie» in den Fokus, dieses Jahr haben wir uns für «Ernährung» entschieden.

An wen richtet sich dieser?

Teilnehmen können grundsätzlich alle Schweizer Organisationen: KMU’s, Verwaltungen, NGO’s, Grosskonzerne oder auch einzelne Unternehmensabteilungen. Bei der Erstdurchführung haben im vergangenen Jahr 350 Personen mitgemacht. Wir hatten sehr gute Rückmeldungen und sind sicher, unsere Teilnehmerzahl dieses Jahr zu vervielfachen.

Bis wann ist eine Anmeldung noch möglich?

Die Anmeldung ist unter www.weactforimpact.ch noch bis Mitte August möglich. Danach erhalten die Firmen verschiedene Kommunikationsmaterialien wie Flyer, Poster, E-Mail-Vorlagen, um den Teamwettbewerb intern bekannt zu machen. Die Mitarbeitenden können sich anschliessend selbst auf der «We Act for Impact» Plattform anmelden.

Können Sie noch etwas zum Ablauf des Wettbewerbs sagen?

Der Teamwettbewerb findet vom 5. bis 25. September 2016 statt. Während dieser Zeit können sich die Mitarbeitenden wöchentlich aus 10 bis 20 verschiedenen Aktionen auswählen und sich eigene Ziele setzen. Wie beim Mitarbeiterprogramm erhalten auch die Teilnehmenden am schweizweiten «We Act for Impact»-Wettbewerb für jede durchgeführte Aktion Punkte. Diese werden zusammengezählt und der Zwischenstand ständig in einer Rangliste aktualisiert. Diese Liste ist für jeden Teilnehmer jederzeit einsehbar. Unter den besten 50 Prozent der Teams werden am Schluss attraktive Preise verlost. Während der Wettbewerbsdauer können die Teammitglieder auf unserer Plattform miteinander kommunizieren, gemeinsame Events planen und über Blogbeiträge verfolgen, was andere Teams machen.

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Chefredaktorin, HR Today. cp@hrtoday.ch

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