«Mehr Zusammenarbeit und neue Energie fördern»
Aude Thorel ist seit sechs Monaten HR-Direktorin der Transports publics genevois (tpg) in Genf. Sie spricht über die Weiterentwicklung ihres HR-Teams, um die bevorstehenden Transformationen im Bereich des öffentlichen Verkehrs zu begleiten.

Das HR-Team der tpg: Lassad Limam, Leiter Ausbildung Mobilitätsberufe; Ilyes Bentaïba, Leiter Ausbildung TW/CTT; Aude Thorel, HR-Leiterin; Maja Kuna-Parrish, Leiterin Qualität und Planung; William Mainoz, Leiter Beratung, Rekrutierung und QVT; Jean-Yves Flachat, Leiter Entwicklung und Ausbildung; Thierry Bois, Experte technische Ausbildung; Letizia Golay, Leiterin strategische Entwicklung; Juan Martin, Leiter Personaladministration (von links). (Bilder: Yves Mossot (Team) / zVg (Porträt))
Aude Thorel, was sind Ihre kurzfristigen HR-Herausforderungen?
Aude Thorel: Seit dem Eintritt der neuen Generaldirektion im Januar 2025 initiierten wir mehrere grundlegende Reformen. Wir arbeiten auf Unternehmensebene an einem anspruchsvollen und wohlwollenden Führungsstil, der auf Fairness und Vorbildlichkeit basiert. Wir haben auch eine Führungscharta mit fünf Werten erstellt: Vorbildlichkeit, Transparenz, Solidarität, Wohlbefinden und Innovation. Ein weiteres Projekt besteht darin, die Arbeitsorganisation zu optimieren, um mehr bereichsübergreifende Zusammenarbeit und neue Energie zu fördern. Wir wollen das Vertrauen der Mitarbeitenden in die Zukunft der tpg stärken. Schliesslich bleiben Diversität/Inklusion und Gesundheit am Arbeitsplatz aktuelle Themen.

Wie beeinflusst KI Ihre Rolle als HR-Direktorin?
Thorel: Wir haben Anfang Jahr unser HRIS gewechselt, wodurch wir gewisse Aufgaben automatisieren konnten. KI ist in mehreren Softwarelösungen integriert. Sie hilft uns, Dashboards und Kennzahlen zu erstellen. Wir haben auch eine Taskforce geschaffen, um alle Bereiche zu identifizieren, in denen uns KI voranbringen wird: zum Beispiel bei der Erstellung von Dokumenten, Protokollen oder bei der Vereinbarung medizinischer Termine. In den nächsten drei Jahren werden wir den Informationsfluss für die Mitarbeitenden mit intuitiveren Tools erleichtern. Ziel ist es, Zwischenstellen zu vermeiden, die das Fehlerrisiko erhöhen und Zeit beanspruchen. Schliesslich wirft KI zahlreiche Fragen zur Zukunft der Berufe auf. Sie beeinflusst auch den HR-Mehrwert – hin zu Aufgaben, die mehr Sinn und Verbindungen schaffen. Mittelfristig wird KI uns den Zugang zu Informationen erleichtern, doch Analyse und Entscheidungen bleiben in menschlicher Hand.
Was sind die langfristigen Herausforderungen?
Thorel: Wir haben bei den tpg eine Vision bis 2050. Wir arbeiten derzeit an der Integration der E-Busse. Wir bereiten die Einführung automatisierter Fahrzeuge vor. Wir arbeiten bei experimentellen Projekten mit den Universitäten zusammen. Die Entwicklung der Mobilitätsformen wird die Kompetenzen und Berufe verändern. Konkret werden die Instandhaltungsberufe unserer Flotte mehr digitale Kompetenzen erfordern. Für unser Ausbildungsteam besteht die Herausforderung darin, die Expertise vorwegzunehmen, die wir morgen benötigen werden.

Was ist die Besonderheit Ihres HR-Teams?
Thorel: Unser HR-Team ist multidisziplinär. Gewisse Expertisen wurden über mehrere Jahre hinweg entwickelt: Lebensqualität am Arbeitsplatz, HR-Marketing, Mitarbeitendenerfahrung oder Employer Branding. Wir arbeiten stark an der Mobilität unserer HR-Berufe. Die Idee ist, ein hohes Mass an Expertise aufrechtzuerhalten. Im kommenden September werden wir das Ausbildungsteam für Mobilitätsberufe der tpg integrieren. Unser Ziel ist es, eine langfristige Sicht auf die bevorstehenden Veränderungen zu haben. Wir überprüfen auch unsere interne HR-Organisation, um sie am Lebenszyklus der Mitarbeitenden auszurichten. Unser Ziel ist es zudem, von einer reaktiven Haltung zu einer Haltung der Antizipation und der gemeinsamen Gestaltung der Arbeitsweisen bei den tpg überzugehen.
